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Erfolgreiche Integration von Flüchtlingen

Der Kanton Glarus weist bei den vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlingen die schweizweit höchste Erwerbsquote auf. Deutlich mehr als die Hälfte der Personen sind in das Erwerbsleben integriert.

Südostschweiz
Montag, 14. September 2020, 16:21 Uhr Kanton Glarus
Integration dank Eingliederung in den Erwerb. G. Arigami aus Syrien liess sich zum Coiffeur ausbilden.
PRESSEBILD

Die Erwerbsquote der vorläufig aufgenommenen Personen und der Flüchtlinge beträgt im Kanton Glarus 57 Prozent (Stand Juli 2020), wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt. Dies bei einem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 36,5 Prozent. Damit weist der Kanton Glarus die schweizweit höchste Erwerbsquote auf. Bei den vorläufig Aufgenommenen betrug die Erwerbsquote im Kanton Glarus 55,2 Prozent (Durchschnitt Schweiz: 43,4 Prozent). Die berufliche Qualifikation und eine erfolgreiche Integration in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen den Flüchtlingen ein Ankommen in ihrer neuen Heimat.

Eine erfolgreiche Integration setze neben motivierten Flüchtlingen auch aufgeschlossene Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber voraus. Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene benötigen für ihre berufliche Eingliederung eine Begleitung und berufspraktische Unterstützung. Dabei ist das Mittun vieler engagierter Freiwilliger im Kanton Glarus sehr wichtig. Sie vermitteln Deutschkenntnisse, machen die Migranten mit dem Alltag in der Schweiz und den hiesigen Werten vertraut und unterstützen sie bei der Stellensuche.

Ein Pilotprojekt setzt sich durch

Im Sommer schlossen 18 junge Frauen und Männer die Integrationsvorlehre Invol in der gewerblich – industriellen Berufsfachschule Kanton Glarus in Ziegelbrücke erfolgreich ab. 15 Absolventen davon starteten im August mit einer regulären Berufsausbildung in verschiedenen Branchen wie Baugewerbe, Industrie oder Verkauf. Aktuell absolvieren 44 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Flüchtlingsbereich eine Berufslehre und es beginnen 19 junge Erwachsene eine Integrationsvorlehre. Insgesamt sind 63 Personen aus dem Flüchtlingsbereich in einer Lehre oder Vorlehre.

Die Integrationsvorlehre INVOL bereitet anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen sowie – ab dem Schuljahr 2021/22 – Jugendliche und junge Erwachsene aus EU-/ EFTA- und Drittstaaten auf den Einstieg in eine berufliche Grundbildung vor. Das vorerst auf vier Jahre ausgelegte Pilotprojekt startete im Jahr 2018 und konnte auf den Erfahrungen des kantonalen Berufseinführungsprogramms für Flüchtlinge aufbauen. Aufgrund der schweizweit erfolgsversprechenden Resultate wurde Invol bereits im Frühling 2019 vom Bundesrat um weitere zwei Jahre bis ins Ausbildungsjahr 2023/24 verlängert. Im Kanton Glarus liegt die Verantwortung für dieses Projekt bei der Berufsbildung. Es habe sich bewährt, in der Integrationsförderung die bestehenden Strukturen zu nutzen und pragmatische Lösungen zu suchen, heisst es in der Mitteilung abschliessend. (dje)

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