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UN-Chef: 35 Milliarden Dollar für Corona-Koordinierungsstelle nötig

UN-Generalsekretär António Guterres hat zu Spenden in Höhe von 35 Milliarden Dollar (etwa 30 Milliarden Euro) aufgerufen, um eine neue Koordinierungsstelle für die weltweite Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie aufzubauen. Notwendig sei ein «Quantensprung bei der Finanzierung», sagte Guterres am Donnerstag bei einer Videokonferenz in New York. Drei Milliarden Dollar seien bereits gespendet worden, sagte Guterres. «Aber jetzt brauchen wir noch 35 Milliarden mehr, um vom Start-Up zum grossen Massstab und zu Auswirkungen zu kommen.»

Agentur
sda
Donnerstag, 10. September 2020, 19:20 Uhr Brüssel/New York
SCREENSHOT - UN-Generalsekretär António Guterres. Foto: -/Ministry of Environment Government of Japan/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des…
SCREENSHOT - UN-Generalsekretär António Guterres. Foto: -/Ministry of Environment Government of Japan/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des…
Keystone/Ministry of Environment Government of Japan/AP/-

Das Geld werde dringend benötigt, sagte Guterres weiter. «Niemand und kein Land wird sicher sein, bis jeder sicher ist.» Bei der Videokonferenz trafen sich die Gründer des sogenannten Accelerator Facilitation Council (ACT), eine Art Koordinierungsstelle für die weltweite Zusammenarbeit zur Entwicklung von Impfstoffen, Tests und Medikamenten. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erinnerte daran, dass täglich fast 5000 Menschen an dem Virus stürben. Zudem gingen dieses Jahr Billionen Dollar an Wirtschaftskraft verloren. Jeder Dollar zum Stopp der Pandemie sei gut investiert.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekräftigte das Ziel eines «Zugangs zu Coronavirus-Impfstoffen, Tests und Behandlungen für alle, die sie brauchen, egal wo». Die EU werde sich dafür einsetzen, die Welt im Kampf gegen das Coronavirus beieinanderzuhalten, erklärte die EU-Kommissionschefin.

Entwicklungsminister Gerd Müller forderte im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie für ärmere Länder einen fairen Zugang zu künftigen Impfstoffen. «Die Erfahrung zeigt, dass Impfstoffe in Entwicklungsländern oft mit grosser Verzögerung zum Einsatz kommen», sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. «Das muss bei Covid-19 anders laufen und ist vor allem eine logistische Herausforderung.»

Zwar sei nachvollziehbar, dass jede Regierung zunächst an die eigene Bevölkerung denke. Doch müsse «jeder Mensch die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen, wenn ein Wirkstoff verfügbar ist - egal ob in München oder Mumbai, ob arm oder reich», sagte Müller. «Denn Corona besiegen wir nur weltweit oder gar nicht.»

Er unterstützte die Initiative von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für eine «Global Response», die insgesamt 15,9 Milliarden Euro an Spendenzusagen erhielt. Die nicht-staatlichen Organisationen Gavi und Cepi sowie die Weltgesundheitsorganisation WHO sollen die faire Verteilung von Impfstoffen in der Initiative Covax organisieren. Darin können sich reichere Länder verpflichten, Impfstoff für ärmere Staaten mitzufinanzieren.

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