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Christchurch-Terrorist könnte Haft in Australien verbüssen

Nach der Verurteilung des Attentäters von Christchurch zu lebenslanger Haft ohne Bewährung gibt es in Neuseeland Forderungen nach einer Abschiebung des 29-Jährigen in seine australische Heimat.

Agentur
sda
Freitag, 28. August 2020, 14:57 Uhr Christchurch/Canberra
Brenton Tarrant (l), Attentäter von Christchurch, sitzt im Gerichtssaal im High Court. Eineinhalb Jahre nach den blutigen Anschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der Attentäter Tarrant zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt…
Brenton Tarrant (l), Attentäter von Christchurch, sitzt im Gerichtssaal im High Court. Eineinhalb Jahre nach den blutigen Anschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch ist der Attentäter Tarrant zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt…
Keystone/POOL The Press/John Kirk-Anderson

«Die Islamische Gemeinschaft und alle Neuseeländer haben bereits genug gelitten, ohne dass sie jetzt auch noch die astronomische Summe bezahlen müssen, um ihn in unserem Gefängnissystem in Sicherheit zu verwahren», sagte Vize-Premier Winston Peters. «Dieser Terrorist sollte in das Land zurückgeschickt werden, das ihn grossgezogen hat.»

Der in Australien geborene Brenton Tarrant hatte im März 2019 in zwei Moscheen 51 Menschen erschossen und 50 weitere verletzt. Am Donnerstag war der Rechtsextremist nach einer viertägigen Anhörung in Christchurch zum höchstmöglichen Strafmass verurteilt worden: Er muss für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen beliefen sich die Kosten für die Haft auf täglich etwa 4000 Neuseeland-Dollar (2200 Euro), hiess es. Damit könnte die gesamte Gefängnisstrafe die Steuerzahler über Jahrzehnte hinweg Dutzende Millionen kosten.

Der australische Regierungschef Scott Morrison zeigte sich am Freitag offen für die Option, den Verurteilten nach Australien zu bringen. Er werde diese Möglichkeit mit seiner neuseeländischen Amtskollegin Jacinda Ardern besprechen, sagte er im australischen Frühstücksfernsehen. Eine formelle Anfrage aus dem Nachbarland gebe es aber bisher nicht.

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