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Mathias Reynard will Staatsrat statt SP-Parteipräsident werden

Der Weg für die Zürcherin Mattea Meyer (ZH) und den Nationalrat Cédric Wermuth (AG) an die Spitze der SP scheint geebnet. Der Walliser Nationalrat Mathias Reynard hat seine Kandidatur zurückgezogen, allein will die Mitkandidierende Priska Seiler Graf nicht antreten.

Agentur
sda
Montag, 15. Juni 2020, 09:06 Uhr Bern
Mathias Reynard (SP/VS) hat sich selber aus dem Rennen um die Nachfolge des SP-Parteipräsidiums genommen. (Archivbild)
Mathias Reynard (SP/VS) hat sich selber aus dem Rennen um die Nachfolge des SP-Parteipräsidiums genommen. (Archivbild)
KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Reynard will für den Walliser Staatsrat kandidieren und nicht mehr für die Nachfolge des abtretenden SP-Parteipräsidenten Christian Levrat, wie er in einem Interview der Walliser Tageszeitung «Le Nouvelliste» am Montag bekannt gab.

Sein Herz habe zwischen dem Walliser Staatsrat und der SP-Präsidentschaft hin und her geschwankt, sagte der 32-Jährige. «Mein Herz und mein Mut sind hier», sagte Reynard weiter in dem Interview. «Ich möchte meinem Kanton und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern zurückgeben, was sie mir bisher ermöglicht haben», betonte der SP-Politiker gegenüber der Zeitung.

Ausserdem gab er an, dass es nicht Druck aus der Partei oder aus der Bevölkerung gewesen sei, der ihn zu diesem Entscheid veranlasst habe. Er habe vielmehr der Eindruck gehabt, dass er für seinen Kanton nützlicher sein könnte, als für die Gesamtschweizer Partei.

«Die Sensibilität der Linken, die Pluralität und der Geist der Offenheit, die im Wallis herrschen, müssen im Staatsrat vertreten sein, und ich werde für die Erfüllung dieser Aufgabe nützlicher sein, als wenn ich als Präsident der SP führen würde», erklärte er weiter.

Auch Seiler Graf zieht sich zurück

Reynard hatte angekündigt, dass er zusammen mit der Zürcher Nationalrätin Priska Seiler Graf für die SP-Präsidentschaft kandidieren werde. Seiler Graf machte in einem Interview mit Radio SRF klar, dass für sie damit eine Kandidatur nicht mehr in Frage komme. Alleine mache ihre Kandidatur keinen Sinn. Sie zeigte sich zwar enttäuscht über den Entscheid von Reynard, äusserte aber auch Verständnis. An seiner Stelle hätte sie gleich gehandelt, sagte sie.

Die Nachfolge von Christian Levrat hätte eigentlich im April besiegelt werden sollen - doch das Vorhaben wurde aufgrund der Coronavirus-Krise auf den Oktober verschoben.

Am 10. August soll die Anmeldung von Kandidaturen noch einmal geöffnet werden. Interesse am Spitzenamt bei der SP bekundet hatten neben dem Duo Reynard - Seiler Graf die Parlamentsmitglieder Mattea Meyer (ZH) und Cédric Wermuth (AG), die ein Co-Präsidium anstrebten und damit favorisiert sein dürften. Zudem gab Martin Schwab (SP Nidau BE) seine Kandidatur bekannt.

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