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Coronavirus: London lockert Kontaktbeschränkungen weiter

London hebt weitere Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie auf. Zoos, Safari-Parks und Läden in England dürfen von kommendem Montag an wieder öffnen, sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in London.

Agentur
sda
Mittwoch, 10. Juni 2020, 19:14 Uhr London
Eine Giraffe im geschlossenen Londoner Zoo während der Coronavirus-Pandemie. (Archivbild)
Eine Giraffe im geschlossenen Londoner Zoo während der Coronavirus-Pandemie. (Archivbild)
KEYSTONE/EPA/NEIL HALL

Gotteshäuser können ihre Türen für individuelle Gebete von Gläubigen bereits am Wochenende wieder aufmachen. Abstandsregeln müssten aber weiter eingehalten werden. Zudem können sich künftig auch bestimmte Haushalte zusammenschliessen.

Grossbritannien ist mit mehr als 41«000 Todesfällen bei Menschen, die zuvor positiv auf das Coronavirus getestet wurden, das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land Europas. Die Zahl der Sterbefälle, bei denen die Lungenerkrankung Covid-19 letztlich als Ursache festgestellt wurde, liegt sogar bei mehr als 50»000.

Die Regierung in London steht wegen ihres Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie seit Monaten stark in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Der Wissenschaftler Neil Ferguson vom Imperial College sagte am Mittwoch in einem Parlamentsausschuss, dass die Hälfte der Todesfälle vermeidbar gewesen wäre, hätte die Regierung die Massnahmen eine Woche früher verhängt.

Für viel Kritik sorgte zuletzt auch die Entscheidung der Regierung, eine 14-tägige Quarantänepflicht für Einreisende zu einzuführen. Damit soll eine zweite Infektionswelle verhindert werden. Doch der Nutzen der Massnahme wird bezweifelt, da die meisten europäischen Länder weniger Infektionen haben als Grossbritannien. Das Auswärtige Amt wird wohl auch weiterhin von Reisen ins Vereinigte Königreich abraten, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch.

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