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Malta lässt rund 400 Flüchtlinge in den Hafen einlaufen

Nach internationalen Protesten lässt Malta mehr als 400 Flüchtlinge in den Hafen einlaufen. Die Menschen sassen meist seit Wochen auf kleinen Quarantäne-Schiffen vor dem Mittelmeerland fest.

Agentur
sda
Sonntag, 07. Juni 2020, 12:12 Uhr Valletta
Nach internationalen Protesten lässt Malta mehr als 400 Flüchtlinge in den Hafen einlaufen.
Nach internationalen Protesten lässt Malta mehr als 400 Flüchtlinge in den Hafen einlaufen.
KEYSTONE/AP/Rene' Rossignaud

Zugleich warf die Regierung in Valletta den anderen EU-Staaten mangelnde Solidarität vor. «Die Regierung ist nicht gewillt, das Leben sowohl der Flüchtlinge als auch der Besatzung zu gefährden, angesichts der Tatsache, dass die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bei der Übernahme keine Solidarität zeigen», hiess es in der Mitteilung vom späten Samstag.

«Kein europäisches Land will diese Migranten aufnehmen, obwohl von Solidarität die Rede war», schrieb die Regierung. Als erstes lief die ursprünglich als Touristenboot genutzte «Europa II» in einen Hafen nahe Valletta ein, wie die Zeitung «Times of Malta» am Sonntag berichtete. Das Schiff sei von zwei Patrouillenbooten begleitet worden.

Nach offiziell nicht bestätigten Berichten soll es zuvor eine Revolte der Flüchtlinge gegen die Besatzung gegeben haben. Maltas Regierung sprach von einer «schwierigen Lage» an Bord. Sie hat vier Touristenboote gemietet, um Flüchtlinge ausserhalb der eigenen Hoheitsgewässer für eine Corona-Quarantäne festzuhalten.

Hilfsorganisationen und die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatović, hatten das Vorgehen scharf kritisiert. Sie forderten, die Menschen endlich an Land zu lassen. Die Regierung erklärte, es liefen weiterhin «intensive Verhandlungen mit anderen EU-Mitgliedstaaten über die Übernahme».

Malta hatte sich ähnlich wie Italien in der Corona-Pandemie zu einem nicht sicheren Hafen für Flüchtlinge erklärt. Diese starten häufig in Booten von Libyen. Viele geraten in Seenot. Das EU-Land macht seit langem Druck auf Brüssel und andere Europäer, um Ankömmlinge schnell weiterschicken zu dürfen.

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