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Rassismus-Fachstelle wird infrage gestellt

Ob es im Kanton Graubünden je eine Beratungsstelle gegen Rassismus gibt, entscheidet die Politik. Noch sind die Meinungen unterschiedlich.

Pierina
Hassler
Montag, 18. Mai 2020, 04:30 Uhr Unterschiedliche Meinungen
In Graubünden gibt es keine Beratungsstelle gegen Rassismus.
PIXABAX

In der Schweiz sind letztes Jahr 352 Beratungsfälle zu rassistischer Diskriminierung registriert worden. Laut dem Bericht des Beratungsnetzes für Rassismusopfer sind das so viele wie noch nie. Dies bedeute nicht unbedingt, dass der Rassismus in der Schweiz zugenommen habe, schreibt Martine Brunschwig Graf, Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, im Vorwort des Auswertungsberichts. Aber es zeige, dass die Betroffenen eher bereit seien sich an Beratungsstellen zu wenden.

«Es braucht dafür keine neue Fachstelle.»

In Graubünden gibt es keine solche Beratungsstelle. Obwohl sich Alma Wiecken, Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, schon lange dafür einsetzt.

Öffentlichkeit sensibilisieren

Auch Patricia Ganter Sonderegger, Bündner Integrationsdelegierte, stellt den Nutzen einer solchen Stelle nicht infrage. Die Schaffung der Beratungsstelle sei aber Sache der Politik (Ausgabe vom Samstag).

Die Parteipräsidenten Philipp Wilhelm (SP), Roman Hug (SVP), Stefan Engler (CVP) und Beno Niggli (BDP) sind sich zwar einig, dass «Rassismus» auch in Graubünden existiert. Aber nur Niggli und Wilhelm sind explizit für die Schaffung einer neuen Beratungsstelle gegen Rassismus. Engler will zwar die Öffentlichkeit zum Thema sensibilisieren, sagt aber: «Es braucht dafür keine neue Fachstelle.» Und Hug will rassistischen Vorfällen auf dem ordentlichen Weg nachgehen.

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