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Papst Franziskus feiert einsame Osternacht im Petersdom

Papst Franziskus hat in einer von der Corona-Krise geprägten Messe zur Osternacht dazu aufgerufen, selbst in dunkelster Stunde Hoffnung zu haben. Das katholische Kirchenoberhaupt predigte am Samstag im fast leeren Petersdom.

Agentur
sda
Samstag, 11. April 2020, 23:55 Uhr Vatikanstadt

Teile der Messe wurden in verkürzter Form begangen. Auch diesmal war wie an den Vortagen ein historisches Pestkreuz aufgebaut - dieses soll während der Pest 1522 durch die Strassen von Rom getragen worden sein.

Zu Ostern gedenken Christen in aller Welt der Auferstehung von Jesus. Die Feiern stehen traditionell im Zeichen der Hoffnung. Der Papst hatte in den vergangenen Tagen mehrfach daran erinnert, dass viele Menschen in der Corona-Krise Grossartiges leisten würden.

Drama des Leidens

Franziskus sprach über die Frauen, die sich der Bibel zufolge um Jesus' Leichnam kümmerten. Er sagte: «Wie wir hatten sie das Drama des Leidens in den Augen, einer unerwarteten Tragödie, die allzu schnell eingetreten war.» Der Pontifex zog weitere Vergleiche zu den Menschen heute: «Für sie war es die dunkelste Stunde, wie für uns.»

Die Feier der Auferstehung von Jesus Christus an Ostern ist für gläubige Christen das wichtigste religiöse Fest.

Recht auf Hoffnung

Franziskus mahnte, dass Hoffnung etwas anderes sei als blosser Optimismus. Sie sei mehr als ein Schulterklopfen - auch mehr als das positive «Tutto andrà bene»-Motto (Alles wird gut) vieler Italiener in der Corona-Krise.

«Heute Nacht erlangen wir ein Grundrecht, das uns nicht genommen werden wird: das Recht auf Hoffnung. Es ist eine neue, lebendige Hoffnung, die von Gott kommt», beschrieb er die Osterbotschaft. Jesus habe den Tod überwunden, sagte er. «Geben wir daher nicht der Resignation nach, legen wir nicht einen Stein über die Hoffnung.»

Ausserdem wies der Papst darauf hin, dass Ostern Mut geben könne und eine Aufforderung sei, aktiv zu werden: «Setzen wir uns dafür ein, dass die Todesschreie verstummen, genug der Kriege! Die Produktion und der Handel von Waffen mögen gestoppt werden, denn wir bedürfen des Brotes und nicht der Gewehre», sagte er.

Segen «Urbi et Orbi»

Papst Franziskus sollte am Sonntagmittag die Osterfeierlichkeiten mit einer Messe und dem Segen «Urbi et Orbi» fortsetzen. Auch dies sollte wie die Messe am Samstag im Internet übertragen werden.

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