×

BAG nimmt Lage sehr ernst - Graubünden vor grosser Ansteckungs-Welle

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet damit, dass Massnahmen, wie sie im Tessin ergriffen wurden, bald für die ganze Schweiz gelten könnten. «Der Rest der Schweiz wird nachziehen», sagte Daniel Koch, Leiter vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Agentur
sda
Donnerstag, 12. März 2020, 14:32 Uhr Coronavirus
Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten des Bundesamtes für Gesundheit, rechnet mit der Ausweitung von Massnahmen gegen das Coronavirus in der Schweiz.
Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten des Bundesamtes für Gesundheit, rechnet mit der Ausweitung von Massnahmen gegen das Coronavirus in der Schweiz.
KEYSTONE/Alessandro Crinari

Nach offizieller Zählweise sind im Kanton Graubünden aktuell 29 Personen als Corona-Patienten registriert. Da jedoch nur noch Risikogruppen oder Personen mit schweren Symptomen getestet werden, sei damit zu rechnen, dass es eine hohe Dunkelziffer gebe, schreibt der Kanton Graubünden aktuell.

In Davos ist am Donnerstag die erste Person positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte die Gemeinde mit. Der Kleine Landrat hat einen Krisenstab einberufen.

Aktueller Fokus der Tätigkeit des Kantons

  • Verlangsamung der Ansteckung: Die Bevölkerung ist aufgerufen, die vorbeugenden Massnahmen, welche das Bundesamt für Gesundheit propagiert, einzuhalten.
  • Vorbereitung des Gesundheitswesens: Die Gesundheitsinstitutionen des Kantons werden auf einen stark erhöhten Anfall von Patientinnen und Patienten vorbereitet. Dies betrifft vor allem Personal, Infrastruktur und Material/Beatmung.
  • Information und Sensibilisierung: Der Kanton stellt aktuelle Informationen bereit und forciert seine Massnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung.
  • Business Continuity Management: Fortführung der Tätigkeit bei einer Epidemie ist nun sofort aufzubauen. Die Stellen des Kantons tun das. 20 bis 40 Prozent der Mitarbeitenden können ausfallen. Unnötiges auf Eis legen, Projekte verschieben.

 

«Die Welle ist jetzt da», sagte Daniel Koch. Die Schweiz habe jedoch rechtzeitig gehandelt, um das Coronavirus einzudämmen. Man nehme die Situation sehr ernst und man müsse nun möglichst schnell die richtigen Massnahmen treffen. Wichtig sei es, Risikogruppen zu schützen. Damit sollen die Intensivstationen vor Überlastung geschützt und die Infrastruktur der Spitäler richtig genutzt werden. So sollen weitere Todesfälle verhindert werden.

Von einem gesamtschweizerischen Notstand sei in den Aussagen von Koch nicht die Rede gewesen, teilte das BAG am Donnerstagmittag mit. Die Schweiz befinde sich nach wie vor in einer besonderen Lage. Wie angekündigt, werde der Bundesrat am Freitag über die Weiterführung des Veranstaltungsverbots und andere Massnahmen entscheiden und darüber informieren.

Während die Zahl der Infizierten schweizweit auf 645 Fälle anstieg, rief die Tessiner Regierung noch am selben Tag den Notstand aus und schloss alle nicht-obligatorischen Schulen. Laut Koch muss man sich nun mit dem Kanton Tessin solidarisch zeigen. Verschiedene Kantone hätten bereits ihre Hilfe angeboten.

Am Donnerstag forderte das sich immer schneller ausbreitende Coronavirus in der Schweiz ein fünftes und sechstes Todesopfer.

Der Notstand soll bis zum 29. März gelten, wie es von der Regierung in Bellinzona hiess. Daneben werden ab Mittwochmitternacht auch sämtliche Kinos, Theater, Schwimmbäder, Diskotheken, Sportzentren und ähnliches geschlossen.

Gerichte verhandeln unter Ausschluss der Öffentlichkeit

In allen Tessiner Gerichten finden die Verhandlungen per sofort unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zu jeder Zeit müssen Sicherheitsabstände eingehalten werden. Das Händeschütteln ist verboten.

Medienschaffende sind noch zugelassen, müssen jedoch einen Sicherheitsabstand wahren, wie das Departement der Institutionen des Kantons Tessin am Donnerstagmorgen mitteilt.

Zugelassen zu den Gerichten sind nur Personen, die keine Atemwegsbeschwerden wie Husten oder Fieber haben. Jede Person, welche ein Gericht im Kanton Tessin betritt, muss in einer Selbstdeklaration über ihren Gesundheitszustand Auskunft geben.

Die einzelnen Gerichte könnten über weitere Massnahmen verfügen, teilt das Departement der Institutionen mit.

Mehr Rekruten bleiben in den Kasernen

Die Armee bleibt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus derweil bei ihren bereits getroffenen Massnahmen. Allerdings behält sie über das kommende Wochenende mehr Rekruten in den Kasernen, um die Epidemie nicht anzuheizen.

Jeden Tag prüfe die Armee die Lage, sagte Sprecher Stefan Hofer am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Im gegenwärtigen Zeitpunkt behalte man die bereits getroffenen Massnahmen bei. Das könne sich aber rasch ändern, da die Situation sehr instabil sei.

Der Kanton Tessin rief zur Bewältigung der Coronavirus-Lage bereits die Armee zu Hilfe. Nach Angaben Hofers vom Donnerstag steht der Südkanton damit bisher allein da.

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Was ist wenn wie ich zum Chiropraktiker muss,muss ich dabei bedenken haben,bei einer Übertragung des Coronavirus ? Was ist mit den Schwangeren Frauen, gibt es eine Übertragung zum werdenden Kind, wenn die Mutter vom Coronavirus betroffen ist ?

v.v. ich möchte mich für ihre sachlichen Ausführungen am tv ganz herzlich bedanken. herrn koch versteht man von anfang bis zum schluss sehr gut wir müssen uns daran halten dem bundesrat sei dank

Liebe Politiker

Aussergewöhnliche Situationen erfordern aussergewöhnliche Massnahmen. Es ist absolut nicht relevant was unsere Nachbarn von uns denken, WICHTIG ist dass wir uns schützen. Oder geht es nur immer um die Wirtschaft und das Geld und das auf Kosten von Kranken und Toten????
Lasst die Hersteller von Mundschützen in 24 Stunden Schichten arbeiten damit auch die Bevölkerung sich mit Gesichtsschutz vor Tröpfchen schützen kann......nur Händewaschen reicht nicht.
Bern......gib endlich Gas....triff mutige und kluge Entscheidungen......es geht um Menschenleben, es kann auch DICH treffen.

Offenbar leben wir nach dem Millennium in Jahrzehnten der Hysterien, letztes Jahr CO2 und Klimawandel, nun wieder Corona. Nächstes Jahr sicher wegen explodierenden KK - Prämien durch Corona? Es würde doch vollkommen genügen, dort wo sich viele Risikogruppen aufhalten, wie in Altersheimen und Spitäler, geeignete Maßnahmen zu treffen statt alles lahm zu legen. Auch etwas Eigenverantwortung sei gefragt, indem wenn man weiß, dass man zu den Risikogruppen gehört, sich nicht unnötigen Risiken ausliefert.

Schon in diesem Artikel traut man seinen Augen nicht:
"Die Tessiner Regierung rief noch am selben Tag den Notstand aus und schloss alle nicht-obligatorischen Schulen."

Aha, nur Schüler in nicht-obligatorischen Schulen sind Corona gefährdet, der Rest also nicht?

Dann:
Zwei weitere Menschen sind wegen des neuen Coronavirus gestorben. Beide Verstorbene waren über 80-jährig und hatten bereits an Krankheiten gelitten.

Lebenserwartung des Homo Sapiens nicht versicherungstechnisch und politisch - ideologisch schön gefärbt: 79 Jahre!
Aber mit der Hirnwäsche von der angeblich stetig steigenden Lebenserwartung hat es sich in den Köpfen verankert, dass es etwas außergewöhnliches ist, wenn man nicht 90 oder gar 100 jährig wird.

Aussage eines Mediziners mit Corona, welcher sich bei seiner Tochter ansteckte:

Journalist: Was ist Ihre Botschaft an die Menschen da draußen, die gerade Angst haben?

Patient (Arzt): Weil der Name neu ist und mit der Quarantäne scheinbar eigenartige Abschottungsmaßnahmen​ betrieben werden, glauben die Leute, das Ganze sei extrem gefährlich. Aber die Maßnahmen sollen vor allem die Ausbreitung verlangsamen - und nicht das Virus dämonisieren. Es geht darum, Zeit zu gewinnen, damit man möglicherweise noch Therapieoptionen entwickeln kann für Patienten, die es stärker betrifft. Das ist sinnvoll, aber nur schwer zu verstehen für jemanden, der nicht in einem medizinischen Beruf arbeitet.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-interview-mit-i…

Alle Kommentare anzeigen