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Zahl der Toten durch Coronavirus in China auf über 1000 gestiegen

In China sind inzwischen mehr als 1000 Menschen an der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Wie die Regionalregierung der zentralchinesischen Provinz Hubei am Dienstag mitteilte, starben dort seit dem Vortag 103 Menschen an den Folgen der Infektion.

Agentur
sda
Dienstag, 11. Februar 2020, 05:28 Uhr Peking
Einsam unterwegs: U-Bahn-Passagier mit Schutzmaske in Peking.
Einsam unterwegs: U-Bahn-Passagier mit Schutzmaske in Peking.
KEYSTONE/EPA/ROMAN PILIPEY

Die offizielle Gesamtzahl der Todesopfer der Epidemie in Festlandchina stieg nach Angaben der Regieung in Peking auf mindestens 1016. Die allermeisten Infektions- und Todesfälle gibt es weiterhin in Hubei, von wo die Epidemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte.

Nach Angaben der Behörden in Hubei wurden seit Montag fast 2500 Ansteckungsfälle in der Provinz verzeichnet. Die offizielle Gesamtzahl der Ansteckungsfälle in Festlandchina stieg damit auf mehr als 42'600.

Der chinesische Staatschef Xi Jinping, der sich seit Ausbruch der Epidemie weitgehend von der Öffentlichkeit ferngehalten hatte, zeigte sich am Montag mit Atemschutzmaske. Beim Besuch eines Spitals in Peking mit infizierten Patienten nannte er die Lage «immer noch sehr ernst» und forderte «entschiedenere Massnahmen», wie der Staatssender CCTV berichtete.

Xi sprach per Videoschaltung auch mit Ärzten in Wuhan in der Provinz Hubei. Zudem liess sich der Staatschef bei einem Besuch eines Pekinger Viertels mit ausgestrecktem Arm die Körpertemperatur messen. Auf Bildern des Staatsfernsehens war ferner zu sehen, wie Xi mit einigem Abstand mit Anwohnern sprach.

Personelle Konsequenzen

Der Ausbruch des Coronavirus hat nun auch personelle Konsequenzen: Wie das Staatsfernsehen berichtete, sind die Chefs der Gesundheitskommission in der Provinz Hubei entlassen worden.

Zhang Jin, Parteisekretär der Gesundheitskommission von Hubei, und Liu Yingzi, der Direktor der Behörden, wurden von Wang Hesheng, dem stellvertretenden Leiter der Nationalen Gesundheitskommission, abgelöst. Zuletzt war in China immer mehr Kritik an der Untätigkeit oder langsamen Reaktion der Behörden auf den Ausbruch laut geworden.

Nach der Zwangsverlängerung der Ferien um das chinesische Neujahrsfest begannen viele Städte nur langsam damit, die Arbeit wieder aufzunehmen. In Peking und Shanghai blieben U-Bahnen und andere öffentliche Verkehrsmittel in der Hauptverkehrszeit zu Beginn der Woche ungewöhnlich leer.

Das deutete darauf hin, dass viele Unternehmen noch immer geschlossen blieben oder ihre Mitarbeiter gebeten hatten, von zu Hause zu arbeiten.

WHO hält Expertengipfel ab

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält am Dienstag und Mittwoch einen Expertengipfel zum Coronavirus ab. Die WHO erhofft sich so einen schnellen und fundierten Austausch der bisherigen Erkenntnisse zu der mysteriösen Lungenkrankheit.

Die Fachleute wollen sich in den zwei Tagen unter anderem mit Therapien, der möglichen Quelle des Virus und seiner Übertragbarkeit befassen. Auch mögliche Impfungen sollen thematisiert werden. Die WHO betonte in ihren täglichen Pressekonferenzen zum Virus zuletzt, dass rund 80 Prozent der Fälle einen milden Verlauf nähmen.

Dennoch sei es gerade jetzt wichtig, das Virus energisch zu bekämpfen. «Wir sollten als ein Menschengeschlecht hart daran arbeiten, dieses Feuer zu bekämpfen, bevor es ausser Kontrolle gerät», sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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