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Vorschriftendschungel in der Landwirtschaft bald passé?

Der Bund und der Kanton Glarus wollen mit einem Pilotprojekt das Vorschriften-Wirrwarr in der Landwirtschaft reduzieren. Unter anderem sollen den Landwirten wieder mehr Kompetenzen übertragen werden.

Südostschweiz
Mittwoch, 15. Januar 2020, 10:13 Uhr Kanton lanciert Pilotprojekt
Der Kanton Glarus will, dass Bauern weniger vorgeschrieben wird und sie mehr Kompetenzen erhalten.
SYMBOLBILD/ARCHIV

Schweizer Landwirtinnen und Landwirte werden finanziell unterstützt, unter anderem mit Direktzahlungen. Betriebe, die solche Direktzahlungen erhalten möchten, müssen eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Zu viele, finden der Bund und der Kanton Glarus. Wie es in einer Mitteilung des Kantons heisst, seien sich Experten einig, dass die vielen Regeln einem Vorschriftendschungel glichen und die Landwirte an ihre Grenzen stossen. Auch würden sie das Ziel verfehlen, die Umweltbelastung zu reduzieren.

Mit dem Pilotprojekt 3V möchte das Bundesamt für Umwelt nun mit rund 30 Betrieben aus dem Thurgau und aus Glarus prüfen, wie die Situation verbessert werden kann. Grundsätzlich sollen die Landwirte mehr Eigenverantwortung übernehmen und wieder mehr Kompetenzen erhalten. Gemeinsam will man herausfinden, ob eine Abweichung von immer mehr Vorschriften nicht zielführender wäre, wie es heisst. Die Landwirte sollen beraten werden und gleichzeitig wird erforscht, wie sich weniger Regeln auf die Betriebe und die Umwelt auswirken.

Glarner Landwirte machen mit

Rund 15 Betriebe aus dem Glarnerland interessieren sich für diesen Wechsel von einer von oben gesteuerten, umfassenden Kontrolle hin zu einem auf Eigenverantwortung abgestützten Miteinander. Das Projekt setze auf Vertrauen, heisst es.

Die interessierten Glarner Bauern hätten sich bereits zwei Mal getroffen. Am 12. Februar findet dann das dritte Treffen statt, an dem nach über einjähriger Vorbereitung die Vereinbarung zum Pilotprojekt unterzeichnet wird. Danach wird als erster Schritt die Ist-Situation auf den Betrieben aufgenommen und dann legen die Landwirte mit den Beratern fest, mit welchen Massnahmen sie ihren Betrieb nachhaltiger führen können.

Der Kanton Glarus ist dafür verantwortlich, dass diese Beratungen laufen und gestärkt werden. Dafür hat er für die nächsten zwei Jahre einen Verpflichtungskredit über 77'000 Franken bewilligt. Das Bundesamt für Umwelt wiederum unterstützt die Begleitforschung und ist dafür verantwortlich, dass geeignete Indikatoren für die Erfolgskontrolle aufgebaut werden. (rac)

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