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Heinz Brand: «Er ist nie im Präsidium angekommen»

Der SVP-Parteipräsident Albert Rösti wird im Frühjahr 2020 sein Amt an der Parteispitze abgeben. Grund ist die Wahlniederlage der SVP an den nationalen Abstimmungen im Oktober. Der Bündner SVP-Parteipräsident Heinz Brand nimmt gegenüber Radio Südostschweiz Stellung zum Rücktritt.

Südostschweiz
Montag, 23. Dezember 2019, 10:29 Uhr Über Albert Röstis Rücktritt
SVP Heinz Brand
Bündner SVP-Parteipräsident Heinz Brand wünscht sich eine zielfokussierte Person für die SVP.
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Der 52-jährige Nationalrat Albert Rösti hat genug. Nach vier Jahren an der Spitze der SVP gab er am Sonntag seinen Rücktritt bekannt. Damit zieht er Konsequenzen – denn die SVP ging bei den Wahlen im Oktober als grösste Verliererin hervor. RSO-Redaktor Fabio Theus hat mit dem Bündner SVP-Parteipräsidenten Heinz Brand über den Rücktritt gesprochen:

Kam der Rücktritt Ihrer Meinung nach überraschend?

Heinz Brand: Für mich kommt der Rücktritt nicht ganz überraschend, weil ich immer den Eindruck hatte, dass Albert Rösti nicht wirklich im Präsidium angekommen ist.

Was sind die Gründe dafür?

Ich glaube, dass es für ein Parteipräsidium der SVP jemanden braucht, der in der ganzen Schweiz ankommt. Es braucht eine Persönlichkeit, die führungsstark ist und zugleich knallhart weiss, was sie will und wo sie mit der Partei hin will. Einiges davon ist meines Erachtens bei Albert Rösti zu wenig ausgeprägt. Die nötige Härte und das nötige Durchsetzungsvermögen hat gefehlt.

Hätte der Wechsel an der Parteispitze der SVP früher kommen müssen?

Ja, ich war mir bereits bei der Wahl nicht sicher, ob Albert Rösti das mitbringt, was die SVP braucht. Das Wahlresultat, das wir im Herbst erhalten haben, zeigt genau das.

Braucht es an der Spitze der SVP eine Person, die frecher auftritt?

Vielleicht nicht unbedingt frecher – aber eine Person die zielfokussiert operiert, in den Kantonalparteien motivieren kann und die Parteien auf den Erfolgspfad führt. Die Parteien sind zum Teil schwierig zu führen.

Es wird auch kritisiert, dass in der Parteispitze und in der Basis zu wenig mobilisiert wird. Sehen sie das auch so?

Ja, ich bin der Meinung, dass der Parteipräsident die Ziele der nationalen Partei einschwören muss und begeistern muss.  Das braucht Zeit und Überzeugungskraft und kann nicht einfach nach dem Feierabend erledigt werden.

Braucht es eine Frau an der Parteispitze der SVP?

Das ist für mich nicht zwingend nötig. Für mich braucht es einen guten Präsidenten mit den Führungsqualitäten, die ich erwähnt habe. (so)

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