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Neue Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz will Testmotivation erhöhen

Die neue Informationskampagne der Aids-Hilfe Schweiz zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember will namentlich die Testmotivation derjenigen erhöhen, die sich aus Angst vor dem Resultat nicht testen lassen. Weiter will sie unbegründete Diskriminierungen vermeiden helfen.

Agentur
sda
Sonntag, 01. Dezember 2019, 07:54 Uhr Bern

HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie steckten niemanden an, auch nicht beim Sex, schreibt die Aids-Hilfe Schweiz in ihrer Mitteilung zum Kampagnenstart. Diese Tatsache sei allerdings vielen Menschen in der Schweiz nach wie vor nicht bekannt. Das Wissen darum soll Ängste und Vorurteile gegenüber HIV-positiven Menschen abbauen.

Mit über 100 Fällen, die der Aids-Hilfe Schweiz im laufenden Jahr gemeldet worden seien, liege die Diskriminierung nach wie vor auf einem hohen Niveau. Es sei von einer bis zu zehnmal höheren Dunkelziffer auszugehen, lässt sich Andreas Lehner, Geschäftsleiter der Aids-Hilfe Schweiz, in der Mitteilung zitieren. «Dies bedeutet, dass täglich drei Menschen in der Schweiz aufgrund einer behandelbaren Krankheit diskriminiert werden.»

Immer noch ein Tabuthema

Die meisten Diskriminierungen geschehen laut Lehner im Versicherungsbereich, aber auch im Datenschutz und im medizinischen Sektor. HIV-positive Menschen seien aber heute medizinisch sehr gut versorgt, und ihre Lebenserwartung entspreche dem Durchschnitt, erinnert der Aids-Hilfe-Geschäftsführer im Editorial der neusten Ausgabe der «Swiss Aids News». Trotzdem sei eine HIV-Infektion in der Gesellschaft immer noch ein Tabuthema, erklärt Kampagnenleiter Nathan Schocher in einem Interview daselbst.

Die neue Informationskampagne baut auf der letztjährigen auf und integriert drei neue Motive zu den Themen Tabu, Wissen und Schutz. Sie hat laut Mitteilung auch einen vorsorglichen Effekt, indem sie klarmache, dass nicht Menschen mit einer HIV-Diagnose der Motor der Verbreitung von Aids seien, «sondern diejenigen, die sich aus Angst vor dem Resultat nicht testen lassen». Wer weniger Angst habe und sich nicht stigmatisiert fühle, habe eine höhere Testmotivation.

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