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Drei Churer fordern eine bessere Raumplanung

Drei Churer Bürger sorgen sich um die Zukunft des Gebiets im Nordosten der Stadt. Am Montag haben sie ihre Ideen den Medien vorgestellt. Der Stadtrat staunt über das Vorgehen.

Südostschweiz
Montag, 18. November 2019, 16:04 Uhr Nordost ganzheitlich anschauen

«Wir haben immer wieder von Bauvorhaben im Nordosten von Chur gehört. Teilweise handelt es sich um sehr grosse Projekte. Als Fachleute und als Anwohner haben wir uns in der Folge mit der Materie auseinandergesetzt», sagte Hanspeter Hänni am Montag anlässlich einer Medienorientierung der drei Initianten.

Der pensionierte Jurist und Journalist lebt im besagten Gebiet Chur Nordost, das sich laut seinen Angaben von Quader bis Trimmis erstreckt. «In Sachen Raumplanung, Städtebau und in Verkehrsfragen diskutierten wir immer wieder über die Materie. Dann haben wir entschieden, an die Medien zu gehen um rund um dieses Thema zu sensibilisieren», so Hänni weiter. Damit möchte die Gruppe, zu der auch die Architekten Peter Göldi und Erwin Bundi gehören, das Gespräch, den Dialog und vielleicht gar ein Leitbild mit allen Zusammenhängen lancieren.

Bessere Kommunikation gefordert

Der ehemalige Stadtarchitekt Göldi möchte innerhalb der Stadtbevölkerung den Dialog zu den geplanten Bauvorhaben lancieren. «Erschliessungen, Busanbindungen oder die Koordination mit dem Langsamverkehr sollten miteinander koordiniert werden», sagte Göldi gegenüber Radio Südostschweiz.

Zwischen den aktuellen Planern wie der Psychiatrischen Diensten, dem Kanton mit der Waldhausüberbauung, und der Stadt mit den Erschliessungsanliegen für die bereits eingeleiteten Bauvorhaben sollte besser kommuniziert werden, fordert Göldi. Auf die Frage, ob er den inzwischen fehlenden Posten eines Churer Stadtarchitekten bemängle, gibt Göldi keine Antwort. Im Jahr 2015 trennte sich die Stadt nach acht Jahren von Göldi.

Diese Entwicklung sehen die Initianten im Nordosten von Chur. PRESSEBILD

Stadtrat ist erstaunt

Das Trio Hänni, Göldi und Bundi will mit der nun lancierten Sensibilisierungskampagne nicht konkrete Dinge bemängeln. «Man hört stets von einzelnen Sachen. Aber stets fehlt eine konzeptionelle Idee, ein Zusammenhängen der Projekte. Dadurch seien auch Themen wie Landressourcen, Freiräume, Naherholungsgebiete oder Wohn- und Lebensqualität ein Thema», so Hänni.

Etwas Befremden löste das Vorgehen beim Stadtrat aus. Tom Leibundgut wollte auf Anfrage von Radio Südostschweiz zunächst keine Stellung nehmen. Er teilte schriftlich folgendes mit: «Ich vermeide es grundsätzlich mit Interessengruppen, die nie mit den zuständigen Stellen oder mir Kontakt aufgenommen haben, und daher auch relativ faktenfrei argumentieren, über die Presse zu kommunizieren. Selbstverständlich stehen die Fachpersonen der Stadtentwicklung und ich den drei Herren jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung, um ihre Gedanken und Bedenken aufzunehmen.»

Wie das Trio weiter vorgehen möchte, lässt es offen. Mit der Lancierung der Sensibilisierungskampagne hofft sie vorerst auf einen Dialog. (phw)

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