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Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch neue Linken-Fraktionschefs

Die Ära Sahra Wagenknecht ist bei der deutschen Partei Die Linke vorbei: Die Fraktion im Parlament wählte am Dienstag eine neue Doppelspitze und bestätigte den bisherigen Co-Chef Dietmar Bartsch im Amt. An seine Seite rückt nun Amira Mohamed Ali.

Agentur
sda
Dienstag, 12. November 2019, 17:00 Uhr Berlin
Die Rechtsanwältin Amira Mohamed Ali sitzt seit 2017 für Die Linke im Bundestag.
Die Rechtsanwältin Amira Mohamed Ali sitzt seit 2017 für Die Linke im Bundestag.
KEYSTONE/EPA/HAYOUNG JEON

Sahra Wagenknecht war nach vier Jahren als Co-Fraktionsvorsitzende nicht noch einmal zur Wahl angetreten: Die Auseinandersetzungen mit der Parteispitze um Katja Kipping und Bernd Riexinger sowie ein Burnout hatten die 50-Jährige nach eigenen Angaben schliesslich zum Rückzug bewogen. Wagenknecht sieht eine Politik der offenen Grenzen für alle kritisch und ist der Ansicht, ihre Partei habe sich von ihrer eigentlichen Klientel entfernt.

Für Bartsch stimmten 44 Abgeordnete, das waren nach Angaben eines Fraktionssprecher 63,7 Prozent. Bei der letzten Wahl 2015 hatte er noch 80 Prozent der Stimmen bekommen.

Für den weiblichen Part im Führungsduo hatte sich neben Mohamed Ali die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Caren Lay, beworben. Beide bekamen im ersten Wahlgang keine Mehrheit. In einem zweiten Wahlgang sprachen sich dann 36 Abgeordnete für Mohamed Ali aus - das entspricht 52,2 Prozent. Caren Lay holte 29 Stimmen, 42 Prozent.

Die Linke war 2007 aus dem Zusammenschluss der ostdeutschen Reformkommunisten (PDS) mit der westdeutschen Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) entstanden.

Die Rechtsanwältin Mohamed Ali sitzt erst seit 2017 für die Linke im Bundestag und wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet, zu dem auch Wagenknecht gehört. Öffentlich grösser in Erscheinung getreten ist sie bisher nicht.

In der Fraktion hat sich Mohamed Ali bisher um Konsumenten- und Tierschutz gekümmert sowie um Recht und Ernährung. In ihrem Bewerbungsschreiben für den Vorsitz hatte sie es als zentrale Aufgabe bezeichnet, die Fraktion wieder zusammenzuführen.

Wagenknecht will ihr Bundestagsmandat weiter wahrnehmen. Auch eine erneute Kandidatur für das deutsche Parlament bei der nächsten Wahl 2021 könne sie sich zum aktuellen Zeitpunkt gut vorstellen, sagte sie der Nachrichtenagentur DPA.

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