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London weist Trumps Kritik an Johnsons Brexit-Abkommen zurück

Die britische Regierung hat Kritik von US-Präsident Donald Trump an dem von Premier Boris Johnson mit der EU ausgehandelten Brexit-Abkommen zurückgewiesen. Mit diesem Abkommen werde Grossbritannien «rund um die Welt eigene Freihandelsabkommen» abschliessen können.

Agentur
sda
Freitag, 01. November 2019, 10:46 Uhr London
Der britische Premierminister Boris Johnson (links) und US-Präsident Donald Trump am Rande der Uno-Vollversammlung im September in New York. (Archivbild)
Der britische Premierminister Boris Johnson (links) und US-Präsident Donald Trump am Rande der Uno-Vollversammlung im September in New York. (Archivbild)
KEYSTONE/AP/EVAN VUCCI

Dies werde «für jeden Teil des Vereinigten Königreichs von Vorteil sein», erklärte ein Sprecher Johnsons in der Nacht zum Freitag. Trump hatte hingegen die Ansicht vertreten, Johnsons Brexit-Abkommen mache den Abschluss eines Handelsabkommens zwischen den USA und Grossbritannien unmöglich.

Trumps Stellungnahme erfolgte in einem Interview mit dem Chef der EU-feindlichen Brexit-Partei, Nigel Farage. Die Brexit-Partei will erreichen, dass Grossbritannien die Europäische Union ohne jedes Abkommen verlässt.

Trump forderte Johnson und seinen «Freund» Farage zu einer Zusammenarbeit bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Grossbritannien im Dezember auf. Farage antwortete, er könne Johnson nur unterstützen, wenn der Premierminister sein «fürchterliches» Brexit-Abkommen aufgebe.

Trump hat sich schon mehrfach in den Brexit-Streit in Grossbritannien eingemischt und sich dabei meist hinter Johnson gestellt. Im September sagte Trump, die USA und Grossbritannien arbeiteten an einem «grossartigen Handelsabkommen» für die Zeit nach dem Brexit. Im August lobte er Johnson als «grossartig» und bezeichnete ihn als «richtigen Mann» zur Umsetzung des Brexit.

Grossbritannien hofft darauf, durch ein Freihandelsabkommen mit den USA den transatlantischen Warenaustausch zu erhöhen. Dies soll zum Teil den Wegfall europäischer Absatzmärkte durch den EU-Austritt kompensieren.

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