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Luftwaffe öffnet Flugplatz Payerne für dringenden Organtransport

Für einen dringenden Organtransport hat die Schweizer Luftwaffe in der Nacht auf Mittwoch den Flugplatz Payerne VD geöffnet. Für Armeesprecher Daniel Reist handelt es sich dabei um «eine Ausnahme, die ziemlich viel Einsatz forderte».

Agentur
sda
Mittwoch, 30. Oktober 2019, 10:14 Uhr Payerne VD/Bern
Auf dem Flugplatz Payerne VD ist in der Nacht auf Mittwoch ausnahmsweise ein Spezialflugzeug aus Spanien gelandet. An Bord hatte es ein Organ für eine wichtige Operation in einem Westschweizer Spital. (Archivbild)
Auf dem Flugplatz Payerne VD ist in der Nacht auf Mittwoch ausnahmsweise ein Spezialflugzeug aus Spanien gelandet. An Bord hatte es ein Organ für eine wichtige Operation in einem Westschweizer Spital. (Archivbild)
KEYSTONE/CHRISTIAN BRUN

Es sei darum gegangen, einen dringenden Organtransport für eine Operation in einem Westschweizer Spital sicherzustellen. Das Spezialflugzeug aus Spanien sei um 2 Uhr in Payerne gelandet. Ein medizinisches Team habe den raschen Strassentransport zum Spital dann übernommen.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte Reist weiter, er habe eine solche Sonderöffnung wegen eines medizinischen Notfalls selber noch nie erlebt. Fluglotsen von Skyguide und eine Equipe der Flugplatzfeuerwehr hätten kurzfristig aufgeboten werden müssen.

Mangels Alternativen

Normalerweise landen solche Flugzeuge auf den nationalen Flughäfen. Genf kam gemäss Angaben der Armee aber wegen laufender Unterhaltsarbeiten von Skyguide nicht infrage. Die Piste in Bern-Belp habe wegen der meteorologischen Bedingungen nicht genutzt werden können. Und zwischen Zürich-Kloten und dem Spital hätte der Strassentransport zu viel Zeit beansprucht.

Weitere Details gab das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) nicht bekannt. So bleibt offen, ob es sich bei dem Patienten oder der Patientin um ein ausländisches Staatsoberhaupt handelt, was für ein Organ transportiert wurde und weshalb dieses aus Spanien importiert wurde.

Gesundheitstourismus boomt

Sicher ist, dass insbesondere Westschweizer Spitäler oft von ausländischen Prominenten für Behandlungen besucht werden. Gerade Personen im Umfeld des internationalen Genf lassen sich regelmässig in der Schweiz operieren.

2017 weilten laut Angaben von Schweiz Tourismus über 35'900 Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz im Ausland in Schweizer Spitälern und Kliniken. Sie machten damit rund 2 Prozent aller Patienten aus. Mehr als die Hälfte von ihnen waren Selbstzahler.

Schweiz Tourismus will die inländischen Spitäler gar zu einem weltweit führenden Reiseziel für Gesundheitstourismus machen, wie die Organisation erst Anfang Woche bekanntgab. Ab dem kommenden Jahr sind entsprechende Promotionsaktivitäten in den vielversprechenden Märkten China, Russland und den Golfstaaten geplant.

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