×

«Man kann nie genug mobilisieren»

Géraldine Danuser, Julia Müller und Flavia Aebli. Sie sind jung, engagiert und standen zum ersten Mal für einen Sitz im Schweizer Parlament im Wahlkampf. Im Gespräch erzählen die drei Jungpolitikerinnen von Herausforderungen und positiven Ereignissen während den letzten Monaten.

Anna
Nüesch
Montag, 21. Oktober 2019, 04:30 Uhr Jungpolitikerinnen im Wahlkampf
Flavia Aebli, Géraldine Danuser und Julia Müller (von links) engagieren sich für eine junge Politik.
PHILIPP BAER

Die Stände- und Nationalratswahlen sind passé. Drei Jungpolitikerinnen aus Chur, Felsberg und Seewis standen zum ersten Mal im Wahlkampf. Und obwohl sie nicht zu den Gewinnerinnen gehören, haben sie Einiges gelernt. Julia Müller und Flavia Aebli haben für den Nationalrat kandidiert, Géraldine Danuser zusätzlich noch für den Ständerat. Obwohl sie weder Partei noch alle Meinungen teilen, finden sie in einigen Themen den gleichen Nenner.

Géraldine Danuser kandidierte für die Jungen Grünliberalen, Julia Müller gehört zu den Jungsozialisten und Flavia Aebli vertritt die Jungfreisinnigen.

Die fehlende Plattform

«Gerade im Nationalratswahlkampf bekommt man als Jungpartei keine Plattform», sagt Ständeratskandidatin Géraldine Danuser. Es sei schwierig, Aufmerksamkeit zu erlangen. Julia Müller unterstützt diese Aussage. Man müsse selbst Jungpodien organisieren und sich untereinander absprechen. «Eine Ständeratskandidatur hebt gewisse Kandidaten natürlich hervor.»

«Die Jungparteien sind grundsätzlich da, um die grossen Parteien zu unterstützen», fährt Müller fort. Ihr sei es in erster Linie wichtig, dass viele junge Leute motiviert werden, wählen zu gehen. Ob genug mobilisiert wurde? «Man kann nie genug mobilisieren, gerade bei den Jungen.»

«Gleichzeitig ist es einfach spannend und lehrreich für uns, den Wahlkampf mitzuerleben», ergänzt die Jungfreisinnige Flavia Aebli.

Viel Zeit und wenig Freizeit

Politik sei gerade in jungen Jahren sehr zeitaufwendig. «Wir haben begrenzte Ressourcen. Man kann eine gewisse Anzahl Stunden investieren, aber irgendwann braucht man einfach Freizeit», schildert Julia Müller.  «Für Politik muss man sich entscheiden. Und trotzdem muss man sich auf die Ausbildung konzentrieren. Dort müssen wir Abstriche machen, besonders bei der Mobilisierung von Jungen.»

Die drei Politikerinnen haben Eines gemeinsam. Alle drei studieren Rechtswissenschaften.

Nach den ersten Zwischenresultaten am Wahlsonntag waren die drei Jungpolitikerinnen zu Gast bei TV Südostschweiz:

Frauensolidarität

Danuser, Müller und Aebli verstehen sich gut, auch wenn sie nicht in der gleichen Partei sind. Géraldine Danuser fällt parteiübergreifend eine Solidarität auf. «Für mich steht die Frauensolidarität im Vordergrund. Ich erfahre auch grosse Unterstützung von älteren Frauen aus anderen Parteien.»

Auch in der Klimadebatte habe sich der Zusammenhalt der Jungparteien abgezeichnet, erzählt Danuser. «Wir sind uns, abgesehen von der Jungen SVP, viel einiger, dass man Massnahmen im Klimawandel ergreifen muss.»

Lehrreich und ein neues Netzwerk

«Ich bin persönlich weitergekommen. Ich hatte Freude am Wahlkampf», meint Flavia Aebli auf die Frage, was sie Positives aus dem Wahlkampf mitnehmen könne. Géraldine Danuser konnte ihr politisches Netzwerk während des Wahlkampfes ausbauen. «Ich kenne viele Leute im Kanton, was für die Politik sehr wichtig ist.»

Laut Julia Müller gebe es im Wahlkampf die Möglichkeit, national Grundsatzdiskussionen zu Themen wie der EU oder dem Klima zu führen. «Man muss seine eigenen Positionen schärfen und überdenken, wie man zu gewissen Themen steht.» Alle drei wollen sich weiterhin aktiv zusammen für eine junge Politik in Graubünden engagieren.

Euer Foto auf unserem Portal

Habt Ihr etwas gesehen oder gehört? Als Leserreporter könnt Ihr uns Bilder, Videos oder Inputs ganz einfach per WhatsApp an die Nummer 079 431 96 03 senden.

- Die Nummer 079 431 96 03 in den Kontakten speichern.
- Bild als Nachricht senden oder hier klicken und eine neue WhatsApp-Nachricht* öffnet sich automatisch.

*WhatsApp muss auf Handy installiert sein.

Kommentar schreiben

Kommentar senden