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Umweltbewegung Extinction Rebellion setzt Blockaden weltweit fort

Demonstranten der Umweltbewegung Extinction Rebellion haben ihre Blockaden am Dienstag weltweit fortgesetzt. In Paris besetzten mehrere Hundert Aktivisten weiter einen zentralen Platz in der Nähe der Seine und eine Brücke, wie der Nachrichtensender BFMTV berichtete.

Agentur
sda
Dienstag, 08. Oktober 2019, 18:12 Uhr Paris/Berlin/London

Die Aktion hatte am Montag auf der Place du Châtelet im Zentrum der französischen Hauptstadt begonnen.

In London nahm die Polizei Hunderte Klima-Aktivisten fest. 471 Demonstranten der Bewegung Extinction Rebellion waren laut Scotland Yard innert zwei Tagen bis Dienstagnachmittag festgesetzt worden. Sie hatten Strassen und Brücken in der Nähe des Regierungsviertels blockiert.

Es gab aber keine Angaben der Polizei, wie viele Demonstranten sich in der britischen Hauptstadt aufhalten. Britische Medien gingen von etwa 30'000 Teilnehmern in London aus. Sie kamen aus allen Teilen Grossbritanniens - vom Norden Schottlands bis Südengland.

Viele Demonstranten übernachteten in Zelten in der Nähe des Parlaments. Sie tanzten, trommelten und machten immer wieder mit Sprechchören auf sich aufmerksam. Die Umweltbewegung Extinction Rebellion (Rebellion gegen das Aussterben) kommt aus Grossbritannien. Die Bewegung existiert auch in der Schweiz.

Boris Johnson äussert sich abfällig

Premierminister Boris Johnson appellierte an die Demonstranten, mit den Blockaden aufzuhören. Sie sollten mit ihren «nach Hanf riechenden Biwaks» die Hauptstadt verlassen, sagte der Regierungschef am Montagabend bei der Vorstellung einer Biografie der früheren Premierministerin Margaret Thatcher. Sicherheitsleute hätten ihn vor «unkooperativen Krustentieren» gewarnt, die die Strassen vermüllten.

In Berlin setzte die Polizei am Dienstag die Räumung am zentral gelegenen Potsdamer Platz fort. Nachdem sich die Beamten in der Nacht zurückgezogen hätten, seien sie seit den frühen Morgenstunden wieder im Einsatz, schrieb die Polizei auf Twitter.

Rund 50 Teilnehmer besetzten allerdings weiterhin die Strasse. Zuvor befreiten mehrere Polizisten mit Zangen einige Demonstrierende von Ketten und forderten sie auf, Holzhäuser abzubauen, die sie einen Tag zuvor aufgestellt hatten. Mehr als 150 Teilnehmer verharrten über Nacht am Potsdamer Platz, nachdem die Polizei eine Räumung abgebrochen hatte.

Proteste rund um die Welt

Anhänger der Umweltbewegung hatten am Montag auch in Amsterdam protestiert. Auch in mehreren anderen Ländern gingen die Klimaaktivisten am Montag auf die Strasse. Blockaden gab es dabei unter anderem auch Im australischen Sydney und in Wellington in Neuseeland. In den kommenden beiden Wochen plant das Aktionsbündnis Proteste in rund 60 Städten rund um den Globus.

Extinction Rebellion will mit Aktionen zivilen Ungehorsams den Druck auf die Regierungen erhöhen, mehr gegen den Klimawandel zu tun. Die Bewegung fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen.

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