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Klimaprotest: Festnahmen in London und Amsterdam

Zu Beginn der weltweiten Klimaproteste von Extinction Rebellion hat es in Amsterdam und London am Montag zahlreiche Festnahmen gegeben. In Berlin blieben die Auswirkungen der Verkehrsblockaden zunächst überschaubar.

Agentur
sda
Montag, 07. Oktober 2019, 20:56 Uhr Berlin/Amsterdam/London

Etwa 3000 Demonstranten nahmen laut Polizei an den beiden Aktionen an der Siegessäule und am Potsdamer Platz teil. In ihrem Aufruf zum gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die Klimakrise hatte es geheissen: «Wir blockieren Berlin, Paris, New York, Amsterdam, London.»

Die Berliner Polizei liess die Aktivisten gewähren - obwohl die Demo an der Siegessäule nicht angemeldet war. Es habe kaum Staus gegeben, hiess es. In Berlin sind gerade Schulferien, dadurch sind weniger Autos unterwegs als üblich.

Am späten Nachmittag begann die Polizei damit, den Potsdamer Platz zu räumen. Hier hatten etwa 2000 Aktivisten die Kreuzung besetzt. Unter dem Motto «Unser Wohnzimmer» hatten sie Sofas, Topfpflanzen, Tische und Stühle aufgestellt.

Ausrufung von Klimanotstand gefordert

In London und Amsterdam gab es am Montag zahlreiche Festnahmen. Die Aktivisten hatten in der britischen Hauptstadt etliche Strassen und auch mehrere Themse-Brücken blockiert. Es wurden mindestens 217 Menschen festgenommen.

Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Grossbritannien. Sie fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen.

Die Amsterdamer Polizei nahm etwa 50 Demonstranten bei einer Blockade-Aktion in Gewahrsam. Die Demonstranten hatten am frühen Montagmorgen eine wichtige Durchgangsstrasse versperrt und Dutzende kleine Zelte aufgestellt. Mit «zivilem Ungehorsam» solle die Regierung gezwungen werden, mehr für den Klimaschutz zu tun, sagte ein Sprecher der Demonstranten im niederländischen Radio.

Auch in Paris blockierten Aktivisten einen Verkehrsknotenpunkt in der Innenstadt. Sie hätten rund um den Place du Châtelet nahe der Seine Strohballen aufgestellt und sich auf die Strasse gesetzt, berichtete die Zeitung «Le Parisien».

Demos in Australien und Neuseeland

Auch in Australien und Neuseeland demonstrierten Hunderte Aktivisten, Dutzende wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

In Melbourne trafen sich Demonstranten am frühen Morgen zu einer Mahnwache auf den Stufen des Parlaments. In Sydney hielten hunderte Aktivisten einen Sitzstreik auf einer stark befahrenen Strasse in der Innenstadt ab, während sich in Brisbane eine kleine Gruppe von Aktivisten an eine Brücke kettete. Im neuseeländischen Wellington sorgten Aktivisten für Verkehrsstörungen, indem sie sich an ein Auto ketteten.

In Berlin erhielten die Aktivisten Unterstützung von Carola Rackete, die als Flüchtlingsretterin bekannt gewordene Kapitänin. «Es ist mehr als Zeit, dass die Regierung die Wahrheit sagt und den ökologischen Notstand ausruft», forderte Rackete bei ihrer umjubelten Rede an der Siegessäule.

Luisa Neubauer von Fridays for Future sprach am Potsdamer Platz vor den Demonstranten. «Wir brauchen Menschen, die in Massen, in nie dagewesenen Massen auf die Strassen gehen und anfangen, Teil der Lösung zu werden.»

Aktionen in vielen Teilen der Welt

Aktionen sollte es unter anderem auch in Madrid, New York und Buenos Aires geben. Anders als andere Bewegungen wie Greta Thunbergs Fridays for Future, sind die Aktivisten von Extinction Rebellion nach eigenen Angaben bereit, gegen Gesetze zu verstossen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Legale Demonstrationen und parlamentarische Prozesse hätten in den vergangenen 30 Jahren nicht zu den nötigen Veränderungen im Klimaschutz geführt, hatte es geheissen.

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