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Erneut Proteste nach Gewalt in Bagdad

In der irakischen Hauptstadt Bagdad ist es am Montagnachmittag erneut zu Demonstrationen gekommen. Die Demonstranten in dem überwiegend schiitisch geprägten Stadtteil Sadr City forderten neue Jobs.

Agentur
sda
Montag, 07. Oktober 2019, 23:24 Uhr Bagdad
Ein Strassenverkäufer im Stadtteil Sadr City von Bagdad verkauft der Polizei Kaffee. Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi hatte am Montag die Armee aus dem Stadtteil abgezogen und sie durch Polizisten ersetzt.
Ein Strassenverkäufer im Stadtteil Sadr City von Bagdad verkauft der Polizei Kaffee. Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi hatte am Montag die Armee aus dem Stadtteil abgezogen und sie durch Polizisten ersetzt.
KEYSTONE/AP/HADI MIZBAN

Sie kritisierten zudem den Tod von mehreren Demonstranten in der vorangegangenen Nacht, wie Augenzeugen berichteten. Die Sicherheitskräfte versuchten, die Demonstrationen zu begrenzen.

In der Nacht zu Montag war es in dem Stadtteil im Nordosten von Bagdad zu Ausschreitungen gekommen. Irakische Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer auf Demonstranten. Dabei wurden nach Angaben von Ärzten und Sicherheitskräften mindestens 13 Menschen getötet. Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi zog daraufhin am Montag die Armee aus dem Stadtteil ab und ersetzte sie durch Polizisten.

Der irakische Präsident Barham Salih verurteilte die Angriffe auf Demonstranten und Medien. Er rief die Sicherheitskräfte in einer am Montag ausgestrahlten Fernsehansprache auf, die Rechte aller Iraker zu wahren. Er forderte ein «Ende der Eskalation» und vom Parlament verlangte er, Reformen auf den Weg zu bringen. Salih rief zu einem nationalen Dialog auf.

Der Präsident verlangte zudem einen «offenen politischen» Austausch «ohne ausländische Einmischung». Es müsse eine Antwort auf die Forderungen der Demonstranten gefunden werden. So solle unter anderem das Wahlrecht geändert werden. Auch bei den Ministerposten müsse es Wechsel geben.

Seit einer Woche kommt es im Irak zu Massenprotesten gegen Korruption und Misswirtschaft. Nach offiziellen Angaben starben dabei mehr als 110 Menschen. Mehr als 6100 Personen wurden verletzt.

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