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Alles neu macht der August

Pünktlich zu Beginn der Augustsession wurden die Bauarbeiten im neuen Grossratsgebäude fertiggestellt. Haustechnische Installationen bilden dabei den Hauptteil, aber auch das Dachgeschoss wurde umgebaut und modernisiert. Ein Augenfang ist auch das neu erworbene Kunstwerk von Alois Carigiet.

Mara
Michel
Donnerstag, 29. August 2019, 04:30 Uhr Grossratsgebäude erstrahlt in neuem Glanz

Die Auswärtssessionen des Grossen Rats werden seit 2009 jeweils für notwendige Bauarbeiten am Grossratsgebäude in Chur genutzt. In den vergangenen Jahren waren dies unter anderem ein hindernisfreier Zugang für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, der Einbau einer Abstimmungsanlage sowie die Umsetzung einer ersten Etappe zur Instandsetzung des Grossratssaals. 2015 wurde zusätzlich ein Medienraum im Dachgeschoss realisiert. In den vergangenen Monaten wurden erneut einige Modernisierungen und Umbauten realisiert. Der Kantonsbaumeister Markus Dünner erklärt die wichtigsten Erneuerungen:

Im Obergeschoss fällt der Blick sogleich auf den neuen Aufenthalts- und Pausenraum. Hell und einladend gestaltet, bildet in dem halb verglasten Konstrukt ein langer Stehtisch das Zentrum. Ein Getränkeautomat sowie eine Kaffeemaschine bieten die Möglichkeit zur flüssigen Verpflegung. Die Räume und Sitzungszimmer im Dachgeschoss wurden neu aufgeteilt. Aus dem langen, schmalen Raum zur Linken wurden drei übersichtliche, helle Räume, zwei auf der linken Seite und ein grosser Raum am Ende des Ganges. Zur Rechten befinden sich zwei weitere Sitzungszimmer. In diese Räume wurden Kühldecken eingebaut, damit sich die Räume im Sommer nicht aufheizen. Zusätzlich wurden Sonnenschutzfenster verbaut. Neu können die Sitzungszimmer via Outlook gebucht werden. Vor jedem Sitzungszimmer befindet sich ein Display, welches anzeigt, wann und wie lange ein Raum gebucht ist. Bestechend ist besonders der grosse Raum im hinteren Teil des Obergeschosses. Er ist zusätzlich mit vier immensen Bildschirmen ausgestattet, welche es ermöglichen, via Liveschaltung die Session auch während einer Sitzung zu verfolgen. Und zwar von jeder Position des Raums aus.

Topmoderne Infrastruktur

Verbaut wurde nicht nur eine neue Isolation und Beleuchtung, auch jede Menge Technik steckt in den Zimmern. Ein einziger Knopfdruck reicht, um die gesamte Beleuchtung in den «Präsentationsmodus» zu versetzen. Zusätzlich werden die Fenster verdeckt. Ein weiterer Knopfdruck schaltet simultan alle Bildschirme ein. Damit wurde nicht nur den Grossräten einen Gefallen getan. Die Räume werden regelmässig vermietet. Nun haben auch die Vereine, Parteien und Firmen, die ihre Sitzungen im Grossratsgebäude abhalten eine topmoderne Infrastruktur zur Verfügung.

Der Empfangsbereich musste besonders aus feuerwehrtechnischen Gründen renoviert werden. Die Drucker und Kopierer stellen ein grosses Brandrisiko dar. Der Empfangsdesk befindet sich einen Meter neben dem offiziellen Notausgang des Gebäudes. Deshalb wurde dieser Bereich neu mit Rauchmeldern ausgestattet, die bei Alarm einen Feuerschutzvorhang in Bewegung setzen, welcher sich langsam von der Decke in Richtung Boden entfaltet. Den Angestellten am Empfang bleibe aber genug Zeit, sich selber in Sicherheit zu bringen, bevor der Vorhang vollständig entfaltet ist, versichert Markus Dünner.

Im Ersten Obergeschoss befindet sich ein neues Bijou: Der Kanton konnte die detailliert ausformulierte Entwurfszeichnung zu Alois Carigiets Wandbild im Grossratsgebäude «der Zusammenschluss der Der Bünde, 1959» erwerben. Der Kanton schreibt in einer Mitteilung dazu. «Mit dem Ankauf und der Präsentation der Entwurfszeichnung in unmittelbarer Nähe des Wandbildes im Grossratsgebäude wird die künstlerische Bedeutung dieses Werkes betont und ein wichtiges Dokument aus seiner Entstehungsgeschichte für die Öffentlichkeit gesichert.» Für die Carigiet-Entwurfszeichnung hat der Kanton stolze 26'500 Franken hingeblättert.

 

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