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Glarus zögert laut dem WWF bei klimafreundlichen Haussanierungen

Eine Studie des WWF zur Klimapolitik bei Gebäudesanierungen kommt zum Schluss: Der Kanton Glarus ist bei der Formulierung seiner Umwelt-Ziele ehrgeiziger als bei deren Umsetzung.

Südostschweiz
Dienstag, 13. August 2019, 04:30 Uhr Drei von fünf Punkten
Energie
Ehrgeiziger als bei der Umsetzung: Die Formulierung der Umweltziele.
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Der WWF veröffentlicht heute eine Studie zur Gebäude-Klimapolitik der Kantone. In einer Medienmitteilung kritisiert er, dass die Kantone «ihrer klimapolitischen Verantwortung nicht gerecht» würden.

Der Kanton Glarus erreicht in der Studie auf einer Skala von 1 bis 5 drei Punkte. Laut WWF setzt er «aus heutiger Sicht vereinzelt fortschrittliche Schwerpunkte». Die Ziele des Pariser Klima- Abkommens würden aber deutlich verfehlt. Um diese zu erfüllen, seien «weitere und stärkere Instrumente nötig».

Nur Basel-Stadt ist «engagiert»

Laut Zahlen des Bundes sind Gebäude für 40 Prozent des Energieverbrauchs und für rund ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich. Rund 1,5 Millionen Häuser in der Schweiz sind nicht oder kaum gedämmt und damit dringend sanierungsbedürftig.

Der WWF liess alle Kantone vom Beratungsunternehmen EBP Schweiz auf ihre Gebäude-Klimapolitik analysieren. Denn sie und nicht der Bund sind für die Gesetzgebung bei Gebäudesanierungen zuständig. Das Beratungsunternehmen bewertete die Kantone anhand von sechs Indikatoren. Dazu zählen die kantonalen Klimaziele, Vorschriften für erneuerbare Energien oder die finanzielle Förderung von Klimaschutz-Investitionen in Gebäude.

Glarus gehört zusammen mit 13 anderen Kantonen zur Gruppe der «zögerlichen». Besonders fortschrittlich ist in den Augen des WWF der Kanton Basel-Stadt. Als einziger Kanton wird er als «engagiert» bezeichnet. Elf Kantone gehören dagegen zur Gruppe der «blockierten».

Glarus will Ausstoss senken

«Der Kanton Glarus setzt mit überdurchschnittlichen Zielen, finanziellen Anreizen und Vorschriften für den Ersatz von Elektroheizungen insbesondere in unterstützenden Bereichen der Gebäude-Klimapolitik Schwerpunkte», heisst es in der Studie. Der Kanton Glarus tut sich besonders mit seinen ehrgeizigen Zielen von 2010 hervor: Bis 2020 sollte der CO2-Ausstoss aus Brennstoffen und Strom pro Einwohner um 30 Prozent gesenkt werden. Für mehr als einen Platz im Mittelfeld reicht das aber nicht. «Grösster Handlungsbedarf besteht in den Schlüsselbereichen der Vorschriften zur Steigerung der Sanierungsrate und der Umstellung auf erneuerbare Energien», schreibt der WWF.

Er mahnt, die sogenannten Mustervorschriften zu übernehmen: Damit nicht jeder Kanton andere Vorschriften über den Energieverbrauch von Gebäuden erlässt, haben die Energiedirektoren der Kantone Mustervorschriften erarbeitet, die «MuKEn». Schon im bestehenden Energiegesetz des Kantons Glarus sind mehrere Module dieser Mustervorschriften umgesetzt. Mit der anstehenden Änderung will die Regierung weitere davon übernehmen. (uw)

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