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Tausende Menschen demonstrieren in Moskau - grosses Polizeiaufgebot

Begleitet von einem massiven Aufgebot der Polizei haben in Moskau zehntausende Menschen gegen Polizeigewalt und für faire und freie Wahlen demonstriert. Erwartet wurden am Samstag zu der von den Behörden genehmigten Kundgebung bis zu 100'000 Teilnehmer.

Agentur
sda
Samstag, 10. August 2019, 14:13 Uhr Moskau
In Moskau trotzen tausende Menschen dem Regen und demonstrieren gegen Polizeigewalt und für faire und freie Wahlen.
In Moskau trotzen tausende Menschen dem Regen und demonstrieren gegen Polizeigewalt und für faire und freie Wahlen.
KEYSTONE/AP/ALEXANDER ZEMLIANICHENKO

Viele Menschen strömten selbst lange Zeit nach dem offiziellen Beginn zu der Kundgebung in der Hauptstadt. Sie folgten trotz Regens dem Aufruf der Opposition. Diese will erreichen, dass alle Kandidaten zur Stadtratswahl in vier Wochen zugelassen werden.

Regierungskritiker sind dort wegen angeblicher Formfehler bei ihren Registrierungsanträgen nicht zugelassen. Viele prominente Oppositionspolitiker sitzen in Haft. Zu den Protesten haben aber auch bekannte Blogger mit Millionen Followern aufgerufen, um ein Zeichen gegen Polizeigewalt zu setzen.

Am Rande der Demonstration zogen Hundertschaften von Uniformierten in Schutzwesten, mit Schlagstöcken und Helmen auf. Vor den Personenkontrollen der Polizei staute es sich. Menschen mussten lange warten, um überhaupt zum Versammlungsort zu gelangen. Gekommen waren viele junge Menschen, aber auch Eltern mit ihren Kindern und Ältere.

Die Demonstranten skandierten mit Blick auf Kremlchef Wladimir Putin «Russland ohne Putin». Auf Transparenten war etwa zu lesen «Geben Sie Moskau die Wahlen zurück», «Hier wählen wir», «Ich habe das Recht auf eine Wahl» oder «Ich bin wütend». In anderen Städten Russlands wie St. Petersburg gab es Solidaritätskundgebungen.

Bei nicht erlaubten Protesten waren an den beiden vergangenen Samstagen mehr als 2000 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Sicherheitskräfte gingen massiv gegen friedliche Demonstranten vor. Das stiess international auf Kritik.

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