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Gouverneur Puerto Ricos will nach Protesten nicht mehr antreten

Nach tagelangen Protesten hat Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló angekündigt, im kommenden Jahr nicht zur Wiederwahl antreten zu wollen. «Ich habe Fehler gemacht, und ich habe mich entschuldigt.»

Agentur
sda
Montag, 22. Juli 2019, 05:39 Uhr San Juan
Nach mehr als einer Woche täglicher Proteste gegen ihn will der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rosselló, bei der nächsten Wahl im kommenden Jahr nicht antreten.
Nach mehr als einer Woche täglicher Proteste gegen ihn will der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rosselló, bei der nächsten Wahl im kommenden Jahr nicht antreten.
KEYSTONE/EPA EFE/THAIS LLORCA

Dies sagte der durch bekanntgewordene Textbotschaften unter Druck geratene Politiker am Sonntag (Ortszeit) in einem Facebook-Video. Eine Entschuldigung sei aber nicht ausreichend - er werde sich deswegen im kommenden Jahr nicht um eine weitere Amtszeit als Gouverneur bewerben. Er trete ausserdem als Chef der PNP (Neue Progressive Partei) zurück, erklärte der Regierungschef des US-Aussengebiets am Sonntag (Ortszeit) in einer Fernsehansprache.

Der frühere Gouverneur des US-Aussengebiets, Alejandro García Padilla, warf Rosselló aber vor, mit seinen Ankündigungen auf Zeit spielen zu wollen und zu sehen, ob die Proteste gegen ihn abebbten.

Rosselló hatte im März angekündigt, bei der Wahl im November 2020 antreten zu wollen. Gegen den Politiker gibt es im US-Aussengebiet aber seit Tagen Demonstrationen. Auslöser waren ein Korruptionsskandal in der Regierung sowie die Veröffentlichung privater Nachrichten zwischen Rosselló und einigen Vertrauten, in denen sie sich abschätzig über verschiedene Personen - und nach Meinung von Beobachtern auch frauen- und schwulenfeindlich - äusserten. Rosselló, der seit 2016 regiert, ist der Sohn eines früheren Gouverneurs Puerto Ricos.

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