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US-Präsident Trump zu Staatsbesuch in Grossbritannien aufgebrochen

US-Präsident Donald Trump beginnt am heutigen Montag seinen umstrittenen Staatsbesuch in Grossbritannien. Er flog an der Seite seiner Ehefrau Melania am Sonntagabend (Ortszeit) an Bord der Air Force One vom Militärstützpunkt Andrews bei Washington ab.

Agentur
sda
Montag, 03. Juni 2019, 05:52 Uhr Washington
US-Präsident Donald Trump ist am Sonntagabend (Ortszeit) in seine Regierungsmaschine Air Force One gestiegen, um zu seinem Staatsbesuch nach Grossbritannien zu reisen.
US-Präsident Donald Trump ist am Sonntagabend (Ortszeit) in seine Regierungsmaschine Air Force One gestiegen, um zu seinem Staatsbesuch nach Grossbritannien zu reisen.
KEYSTONE/AP/ALEX BRANDON

Mit an Bord sind unter anderem Finanzminister Steven Mnuchin, Trumps Stabschef Mick Mulvaney sowie die Präsidentenberater Kellyanne Conway und Stephen Miller.

Am ersten von drei Tagen werden der US-Präsident und First Lady Melania mit militärischen Ehren und Kanonensalut im Buckingham-Palast in London empfangen und dort unter anderem mit der Queen zu Mittag essen. Geplant sind auch ein Besuch der Westminster Abbey in London und ein Treffen mit Prinz Charles. Für den Abend ist ein Staatsbankett im Buckingham-Palast angesetzt. Der Besuch ist jedoch auch hoch umstritten.

Angst vor Protesten

Ein Staatsbesuch wird anders als ein normaler Arbeitsbesuch mit dem ganzen Pomp des Königshauses zelebriert und gilt als besondere Ehre. Kaum ein Land kann es mit Grossbritannien aufnehmen, wenn es um staatstragende Zeremonien geht. Die traditionelle Kutschfahrt über die Prachtstrasse «The Mall» wurde jedoch, vermutlich aus Furcht vor Protesten, gestrichen - nicht ganz unbegründet. Britischen Medienberichten zufolge werden am Dienstag bis zu 250'000 Demonstranten erwartet. Auch ein Protestballon in Form eines Trump-Babys in Windeln soll am Himmel über dem Parliament Square aufsteigen.

Am Dienstag trifft Trump die scheidende britische Regierungschefin Theresa May. Sie hatte vor etwas mehr als einer Woche ihren Rücktritt als Parteichefin angekündigt. Drei Mal war May zuvor mit ihrem Abkommen über den EU-Austritt im Parlament gescheitert. Bis Ende Juli soll sie von ihrem Nachfolger auch als Regierungschefin abgelöst werden. Ein gutes Dutzend Bewerber haben bereits ihren Hut in den Ring geworfen.

Entgegen aller diplomatischen Gepflogenheiten ergriff Trump Partei für Ex-Aussenminister Boris Johnson. «Ich kenne die verschiedenen Akteure. Aber ich denke, Boris würde einen sehr guten Job machen. Ich glaube, er würde ausgezeichnet sein», sagte Trump der «Sun» in einem Interview, das am Wochenende erschien.

Handelsabkommen im Gespräch

Auf die Frage, was er dem Nachfolger Mays bei weiteren Verhandlungen zum EU-Austritt raten würde, sagte er der «Sunday Times»: «Wenn sie nicht kriegen, was sie wollen, dann würde ich davongehen.» Besonders für die britische Wirtschaft wäre ein harter Bruch mit der EU Experten zufolge aber verheerend. Trotzdem werben die Brexit-Hardliner in London genau dafür immer wieder.

Trump selbst sagte vor seinem Abflug, er könne sich ein umfangreiches Handelsabkommen mit Grossbritannien vorstellen. «Ich glaube, es gibt eine Möglichkeit für einen sehr grossen Handelsdeal irgendwann in naher Zukunft», sagte Trump dem Bericht eines mitreisenden Reporters zufolge.

Am Mittwoch wollen Trump und seine Frau Melania in Portsmouth an der Südküste Englands an Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag des sogenannten D-Days teilnehmen. Eine weitere Gedenkveranstaltung zu dem eigentlichen Jahrestag am Donnerstag (6. Juni) ist in Frankreich geplant. Dorthin wollen die Trumps von Grossbritannien aus weiterreisen. Am 6. Juni 1944 waren alliierte Truppen im Zweiten Weltkrieg an den Stränden der Normandie im von Deutschland besetzten Frankreich gelandet.

Zwischendurch plant Trump noch einen Abstecher nach Irland, wo er den irischen Regierungschef Leo Varadkar treffen und Golf spielen will.

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