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Queen und Trump beschwören britische-amerikanische Freundschaft

Die britische Königin Elizabeth II. und Donald Trump haben am ersten Abend des Staatsbesuchs des US-Präsidenten die engen Beziehungen ihrer beiden Länder seit dem zweiten Weltkrieg hervorgehoben. Doch es fielen auch ungewohnt kritische Worte.

Agentur
sda
Montag, 03. Juni 2019, 23:48 Uhr London

Trump und First Lady Melania waren am Montag zu einer dreitägigen Staatsvisite im Vereinigten Königreich eingetroffen. Bei einem Staatsbankett zu Ehren Trumps im Buckingham-Palast am Abend lobte die Queen in ihrer Ansprache die «enge und langjährige Freundschaft» zwischen den beiden Staaten, mahnte Trump jedoch zugleich ungewöhnlich deutlich zur Wahrung internationaler Institutionen.

Angesichts der Opfer des Zweiten Weltkriegs hätten die beiden Länder mit anderen Verbündeten eine Reihe von internationalen Institutionen aufgebaut, um sicherzustellen, dass sich die «Schrecken des Konflikts» nicht wiederholten, sagte die 93 Jahre alte Monarchin. «Obwohl sich die Welt verändert hat, sind wir uns der ursprünglichen Bestimmung dieser Strukturen bewusst: Völker arbeiten zusammen, um einen hart erkämpften Frieden zu bewahren.»

Queen prüft Details

Auch Trump betonte das im Zweiten Weltkrieg entstandene «unverbrüchliche Band zwischen den beiden Nationen». Beide Staatschefs wollen am Mittwoch in Portsmouth an der Südküste Englands an Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie teilnehmen, dem sogenannten D-Day.

Bei dem festlichen Abendessen im Ballsaal des Palasts nahmen auch Prinz Charles und seine Frau Camilla sowie Prinz William und Herzogin Kate und Premierministerin Theresa May teil. Mit der scheidenden britischen Regierungschefin trifft Trump am Dienstag zusammen.

Auf dem Menü standen am Abend unter anderem Lamm mit Frühlingsgemüse, Heilbutt-Filet mit Spargelspitzen und Erdbeertörtchen. Die Königin ist bekannt dafür, jedes Detail bei einem Staatsbankett persönlich zu entscheiden.

Für die Queen ist Trump bereits der zwölfte US-Präsident, den sie in ihrer langen Regentschaft trifft. Die Ehre eines Staatsbesuchs in Grossbritannien wurde jedoch vor ihm nur Barack Obama und George W. Bush zuteil.

Liebe zu den USA

Am Morgen hatte die Queen den US-Präsidenten und die First Lady bereits feierlich im Buckingham-Palast empfangen. Die Trumps besuchten ausserdem die Westminster Abbey und trafen Prinz Charles und dessen Frau zum Nachmittags-Tee. Trump schrieb zwischenzeitlich fast überschwänglich auf Twitter, sein London-Besuch laufe sehr gut. Die Queen und die gesamte Königsfamilie seien fantastisch und die Verbindung zu Grossbritannien sei sehr stark. Es gebe dort in riesiger Zahl Menschen, welche die USA liebten. «Ich habe bis jetzt keine Proteste gesehen, aber ich bin sicher, dass die Fake News sich sehr bemühen werden, welche zu finden», schrieb Trump weiter: «Viel Liebe überall.»

Die Staatsvisite des US-Präsidenten in Grossbritannien ist sehr umstritten. Am Dienstag werden im Zentrum Londons grosse Proteste gegen Trump erwartet.

Zahlreiche Irritationen

Trump hatte bereits grosse Irritationen ausgelöst, bevor er britischen Boden betrat. Kurz vor seinem Besuch hatte er sich in zwei Interviews mit britischen Zeitungen in die Brexit-Debatte eingemischt. Dort sprach er sich unter anderem für Brexit-Hardliner Boris Johnson als Nachfolger von May aus und empfahl notfalls einen «No-Deal»-Brexit. Am Montag hatte Trump ausserdem kurz vor seiner Landung in London den Bürgermeister der britischen Hauptstadt, Sadiq Khan, auf Twitter scharf angegriffen, was ebenfalls für Verstimmung sorgte.

Auf Twitter schrieb Trump auch, ein grosses Handelsabkommen zwischen beiden Ländern sei möglich, sobald Grossbritannien seine «Fesseln» loswerde. Experten rechnen nicht damit, dass sich in der Handelsfrage etwas bewegt, solange Grossbritannien den geplanten EU-Austritt nicht umgesetzt hat.

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Völker arbeiten zusammen, um einen hart erkämpften Frieden zu bewahren. Diese Äußerung der Monarchin lassen wohl sehr zu wünschen übrig. Besonders in Zeiten weltweiter Krisen - wie auch Kriegsherde. Und einen amerikanischen Präsidenten, welcher sich über "alle" Regeln der Diplomatie hinwegsetzt, und seine eigene Politik betreibt, welche der Welt mehr Schaden als Nutzen bringen wird, sollte dieser so weiter machen. Steht die Welt bereits zum jetzigen Zeitpunkt, am Rande eines "dritten" Weltkrieges.