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«Ein gangbarer Weg, hinter dem alle stehen können»

Gemeindepräsident Stefan Schmid als Tourismusdirektor ab 1. August und Artemis Truffer als frisch gewählte Präsidentin der Visit Vals AG sind die neue Speerspitze des Valser Tourismus. Für die Zukunft geben sie sich zuversichtlich.

Jano Felice
Pajarola
Donnerstag, 23. Mai 2019, 04:30 Uhr Valser Tourismus

Ab dem 1. August hat er einen neuen Job. Neben seinem 40-Prozent-Pensum als Valser Gemeindepräsident wird Stefan Schmid (Bild) nicht mehr wie bislang für die Valser Mineralquellen tätig sein, sondern für die am letzten Samstag begründete Visit Vals AG – als Tourismusdirektor im Tal, und das mit einem Pensum von 50 Prozent. Gewählt hat ihn im April ein Gremium, das aus den Vorstandsmitgliedern des vor drei Wochen aufgelösten Vereins Visit Vals und dem Verwaltungsrat der Sportbahnen Vals AG bestand. Letztere gibt es seit Samstag notabene auch nicht mehr – die Bahngesellschaft wurde von ihren Aktionären an einer ausserordentlichen Generalversammlung in die Visit Vals AG umgewandelt. Diese vereint in Zukunft die Sportbahnen, die Tourismusorganisation und die lokale Marketingkommission – aus drei touristischen Organisationen wird eine einzige, verantwortlich für Gästeerlebnisse, Information, Vermarktung, Infrastrukturen und Gastronomie im Skigebiet.

Passende Chance gepackt

Was hat Schmid dazu bewogen, Direktor der von der Gemeinde dominierten Visit Vals AG zu werden? Entstanden sei die AG aus dem Finanzierungskonzept für den Valser Tourismus, erklärt Schmid; in der Diskussion mit den Anspruchsgruppen sei die Forderung laut geworden, auch die Strukturen anzupassen. «Dabei hat sich schnell gezeigt, dass eine übergeordnete Leitung sinnvoll wäre.» Die Stelle wurde öffentlich ausgeschrieben. «Als ich das Inserat gesehen habe, habe ich mich gefragt, ob das nicht eine Chance wäre, die ich packen möchte», so Schmid. Zumal das Teilzeitpensum gut zu seinem Pensum als Gemeindepräsident passe. Die Bewerbung – eingereicht bei der Gemeinde – hatte Erfolg. «Es reizt mich mitzuhelfen, die neuen Strukturen, die ich bestens kenne, umzusetzen und die Chancen des neuen Finanzierungskonzepts zu nutzen», erklärt Schmid.

Bewährte Kräfte mit im Boot

Er kann dabei auf bewährte Kräfte setzen. Tourismusgeschäftsführerin Janine Westenberger wird Bereichsleiterin Gästeinformation und Events, Sportbahnen-Direktor Maurus Tomaschett Bereichsleiter Bahnen. Oberste Tourismusstrategin hingegen wird eine relativ neue Kraft: Am Samstag zur Verwaltungsratspräsidentin der AG erkoren wurde Artemis Truffer (Bild), Pius Truffers Tochter. Der letzte Sportbahnen-Präsident Robert Berni hatte ebenso demissioniert wie Verwaltungsrat Manuel Aeschbacher. Bestätigt wurden Ralf Brot und Andreas Schmid; vier Mitglieder wurden neu gewählt. Das Gremium bildet den Tourismusrat von Vals, wie man die strategische Führung der AG nennen soll. Truffer ist kein völlig neues Gesicht im Valser Tourismus: Vor zwei Jahren wurde sie in den Sportbahnen-Verwaltungsrat gewählt. «Ich lebe hier, mir ist es ein Anliegen, dass sich das Dorf gut entwickelt», meint sie. Dass ihre familiäre Nähe zum nicht unumstrittenen Pius Truffer auch hinderlich sein könnte, hält sie zwar für denkbar, wie sie einräumt, «aber eigentlich spielen Namen weniger eine Rolle. Wichtig ist, dass neue Leute gefunden werden, die sich für Vals einsetzen wollen.»

Kein frisches Profil nötig

Ein frisches Profil müsse man für Vals nicht entwickeln, ist Truffer überzeugt, «wir haben mit Architektur, Kunst und Design ein erfolgreiches Profil. Es geht darum, in diesem Bereich neue und im Skigebiet hochwertige ganzjährige Angebote zu schaffen.» Dafür sei das Projekt Kunstzone – unter dem Lead von Pius Truffer – spannend. «Wir müssen dem Lebenswandel, der globalen Erwärmung und den hohen Investitionen im Wintersportbetrieb Rechnung tragen. Es wird Aufgabe des Tourismusrates sein, verschiedene Szenarien zu entwickeln. Letztendlich entscheidet dann die Bevölkerung über die Vorhaben», so Artemis Truffer.

Vals habe die Neuausrichtung im Tourismus lange Zeit kontrovers diskutiert, räumt Schmid ein. In der Vergangenheit seien auch die Ziele der Organisationen nicht nur deckungsgleich gewesen. «Jetzt haben wir einen gangbaren Weg gefunden, hinter dem alle stehen können.» Nach dem von den Umbauten im «7132»-Hotel verursachten kontinuierlichen Logiernächte-Minus ab 2012 könne man heute wieder ein starkes Plus verzeichnen. «Wir hoffen, dass es dank der neuen Strukturen weiter aufwärts geht.»

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