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Bei Disentis soll mehr Lawinensicherheit her

Wegen Lawinengefahr muss die Hauptstrasse zwischen Sumvitg und Disentis immer wieder gesperrt werden. Die Situation soll verbessert werden, fordert CVP-Grossrat Clemens Berther in einem Auftrag und die betroffenen Gemeinden in einem Schreiben an die Regierung. Diese sagt «Ja, aber...».

Südostschweiz
Dienstag, 14. Mai 2019, 04:30 Uhr Ein Auftrag an die Regierung fordert
Die Hauptstrasse zum Kloster und zur Gemeinde Disentis soll mit zusätzlichen Lawinenwarnsystemen ausgestattet werden.
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Immer wieder ist Disentis im Winter von der Aussenwelt abgeschnitten. Weil aus der Val Lumpegna, der Val. S. Placi und weiteren Gebieten immer wieder Lawinen drohen, muss die Kantonsstrasse und der Bahnabschnitt vom Ortsausgang von Sumvitg bis zum Ortseingang von Disentis immer wieder gesperrt werden. Seit 2013 war alleine die Strasse in diesem Abschnitt insgesamt 45 Stunden lang nicht befahrbar. Je nach Saison sind bis zu 15'000 Menschen von dieser Schliessung betroffen. Erst Mitte Januar war Disentis erneut abgeschottet – die Kantonsstrasse aus Sicherheitsgründen und die Bahnlinie aufgrund einer niedergegangenen Lawine gesperrt.

Obwohl man die Situation in Disentis damals locker aufnahm, möchten CVP-Grossrat Clemens Berther und 47 seiner Ratskollegen die Regierung damit beauftragen, die Möglichkeit zu prüfen, die Situation in der Surselva mit baulichen Massnahmen zu verbessern.

Die Val Lumpegna ist mit einer Lawinen-Warnanlage ausgestattet, sodass die Hauptstrasse gesichert ist, wie es in dem Auftrag heisst. Die Val S. Placi vor der Dorfeinfahrt Disentis wird von den verantwortlichen Personen überwacht und bei drohender Gefahr gesperrt.

Nun soll die Regierung zusätzlich prüfen, ob in der Val Lumpegna eine Lawinenauslöse-Einrichtung mit Fernauslösung möglich wäre und, ob in der Val S. Placi ein Radar mit automatischer Strassensperrung eingerichtet werden könnte.

In einem Schreiben unterstützen die Gemeinden Tujetsch, Disentis/Mustér, Medel/Lucmagn, Trun und Sumvitg diese baulichen Massnahmen ausdrücklich, wie die Regierung in ihrer Antwort vom Montag auf den Antrag festhält. Weiter schreibt sie, dass es für die vorgeschlagenen baulichen Massnahmen umfangreiche Abklärungen bedarf. Zum Beispiel, ob eine ortsfeste Sprenganlage tatsächlich von Nutzen wäre, ob dann Sekundärlawinen möglich wären, wie gross die künstlich ausgelösten Lawinen wären und welche Sicherungs- und Bewirtschaftungsmassnahmen nötig wären. Die Regierung sei aber bereit diese Massnahmen abzuklären und empfiehlt dem Grossen Rat deshalb diese Punkte des Auftrags zu überweisen.

Neue Umfahrungspläne soll es keine geben

Ebenfalls fordern die Unterzeichner des Auftrags, eine Umfahrung Disentis so zu planen, dass die Gefährdung der Hauptstrasse durch Lawinen von der Via S. Placi auf ein Minimum reduziert würde. Die Umfahrung durch einen Tunnelneubau könne mit einer entsprechenden Dorfumfahrung kombiniert werden.

Diesen Vorschlag lehnt die Regierung ab. Im Kanton Graubünden würden bereits zahlreiche Grossprojekten zur Entlastung von Siedlungsgebieten vom Durchgangsverkehr bestehen und/oder seien in Planung. Die zur Verfügung stehenden Mittel müssten grösstenteils anderweitig eingesetzt werden, auch in der Surselva. Zudem könne gemäss Vorgabe der Regierung gleichzeitig nur ein Neubauprojekt realisiert werden. (rac)

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