Garstige Bedingungen im Ring
Am Sonntag hat in Glarus die diesjährige Landsgemeinde stattgefunden. Wir haben sie in einem Livestream übertragen. Diesen könnt Ihr hier nachschauen.
Am Sonntag hat in Glarus die diesjährige Landsgemeinde stattgefunden. Wir haben sie in einem Livestream übertragen. Diesen könnt Ihr hier nachschauen.
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Landsgemeinde im Schneegestöber folgt Regierung und Parlament
Das gewichtigste Paket, das am Sonntag im Ring in Glarus behandelt wurde, war eine Steuergesetzrevision in fünf Teilen. Darin wird einerseits die Bundesvorlage umgesetzt, über welche am 19. Mai abgestimmt wird. Unter anderem wird die Gewinnsteuer für Firmen von 8 auf 4,5 Prozent gesenkt.
Betroffen sind andererseits alle Glarnerinnen und Glarner, die bei den Gesundheits- respektive Krankenkassenkosten entlastet werden. Dem Kanton verursacht das Steuerpaket Mindereinnahmen von knapp drei Millionen Franken pro Jahr, während die drei Gemeinden profitieren. Sollte die Bundesvorlage in zwei Wochen scheitern, treten zwei der fünf Teile der kantonalen Steuerreform nicht in Kraft.
Finanzdirektor: Ausgewogenes Paket
Finanzdirektor Rolf Widmer (CVP) bezeichnete die Revision als ausgewogenes Paket und als Kompromiss, der niemanden bevorteile und niemanden benachteilige. Mit der Reform könnten Arbeitsplätze im Glarnerland erhalten und neue geschaffen werden.
Lebhaft diskutiert im Ring wurden die Ladenöffnungszeiten. Mit einem Antrag hatte ein Stimmberechtigter verlangt, die Verkaufsläden am Samstag jeweils mit Rücksicht auf das Personal generell um 17 Uhr zu schliessen. Die Landsgemeinde bevorzugte jedoch die bestehende Regelung mit dem liberalen System der Öffnungszeiten.
Getanzt und Sport getrieben kann künftig im Glarnerland auch an hohen Feiertagen, freilich nur in geschlossenen Räumen. Die Landsgemeinde winkte einen entsprechenden Kompromiss durch. Ein Komitee hatte die völlige Abschaffung des Tanzverbotes verlangt, Regierung und Parlament waren ihm auf halben Weg entgegengekommen, indem das Verbot für Veranstaltungen im Freien bleibt.
«Wir sind Landsgemeinde»
Landammann Andrea Bettiga (FDP) bezeichnet die höchste politische Versammlung im Glarnerland in seiner Eröffnungsrede als Institution mit Integrations- und Überzeugungskraft.
Vertrauen, Respekt und Eigenverantwortung: «Das ist Landsgemeinde. Das sind wir. Wir sind Landsgemeinde!» rief Bettiga den Stimmberechtigten zu.
Die Glarnerinnen und Glarner brauchten am Sonntag im Ring eine dicke Haut beziehungsweise warme Kleider und einen Regenschirm. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt waren Regen und Schnee, der zeitweise als Schneegestöber auftrat, die ständigen Begleiter der Veranstaltung, die etwas mehr als drei Stunden dauerte. Erst nach Ende der Landsgemeinde lachte über Glarus die Sonne.
Offizielle Ehrengäste waren Bundeskanzler Walter Thurnherr sowie der Regierungsrat des Kantons Bern in corpore. Seitens des Militärs erwies Divisionär Albrecht Stoller dem Glarnerland die Ehre. (sda)
Glühwein und Kalberwurst
Um 12.44 Uhr hat Landammann Andrea Bettiga die Landsgemeinde 2019 offiziell geschlossen. Er wünschte allen Anwesenden einen schönen Landsgemeindesonntag bei einer zünftigen Kalberwurst und einem Glühwein.
Bei Regen und Schneegestöber eröffnet
Der Glarner Landammann Andrea Bettiga (Bild) hat die Landsgemeinde bei garstigen äusseren Bedingungen eröffnet. Er bezeichnete die jährlich stattfindende politische Versammlung als vertraute Institution und Kontrast zu hektisch gewordenen Zeiten (siehe auch die Eröffnungsrede).
Bei Temperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt und einem Gemisch aus Regen und Schneegestöber verlangt die Landsgemeinde den Glarner Stimmberechtigten dieses Jahr einige Robustheit ab. Entsprechend den äusseren Bedingungen hielt der Landammann seine Rede auf dem Zaunplatz mitten in Glarus vor nicht gefüllten Rängen.
Bettiga beschäftigte sich kritisch mit der Digitalisierung, forderte Nachhaltigkeit, um dem Klimawandel zu begegnen und bezeichnete 2019 als Schicksalsjahr für die Weltpolitik. Auch das Verhältnis Schweiz - EU werde auf eine harte Probe gestellt.
All diese Entwicklungen und mit grosser Vehemenz geführte Diskussionen hätten polarisiert, zersplittert und entsolidarisiert, sagte Bettiga. Ein baldiges Ende mit akzeptierten Lösungen sei nicht abzusehen. Was für einen Kontrast bilde da «unsere Landsgemeinde», so Bettiga.
Die Integrationskraft der Landsgemeinde
Die Landsgmeinde sei Teil der Glarner Identität, unabhängig von gesellschaftlicher Herkunft, Religion und politischer Gesinnung. «Wir hören einander zu, kämpfen um Lösungen, akzeptieren die Ansicht anderer und beugen uns zum Schluss der Mehrheit», betonte der Landammann.
Kein elektronisches Hilfsmittel werde die Integrations- und Überzeugungskraft der Landsgemeinde ersetzen können. Die im Ring gelebte Qualität der Willensäusserung sei wertvoll und unvergleichbar.
Vertrauen, Respekt, Eigenverantwortung: «Das ist Landsgemeinde. Das sind wir. Wir sind Landsgemeinde!», rief Bettiga den Stimmberechtigten zu. (sda)
Kies im Ring
Aufgrund des Schneefalls wurde im Ring an der Glarner Landsgemeinde Kies gestreut (siehe Bild).
Und los gehts
Das garstige Wetter hält viele Glarner nicht von einem Besuch der Landsgemeinde ab. Wir wünschen viel Spass und hoffen auf etwas Sonne für Euch!

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Ä riiesägrosses BRAVO und ä…
Ä riiesägrosses BRAVO und ä ganz härzlichs DANGGA VILLMAL für der Livestream vu dr Landsgmei! Es isch eifach toll, wämä au im Ussland cha a dr Landsgmei cha drbii sii, zwar nüd bim minderä und mehrä, aber mindischtens eifach als Zuäschauer und Zuähörer.