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Klimabewegung Glarus fordert eine ausserordentliche Klima-Landsgemeinde

Die neue Organisation Klimabewegung Glarus hat genug: Um griffige Massnahmen für den Klimaschutz umsetzen zu können, sammelt sie nun Unterschriften, um eine ausserordentliche Klima-Landsgemeinde einberufen zu können.

Südostschweiz
Freitag, 03. Mai 2019, 04:30 Uhr Unterschriftensammlung
«Zema für üsi Zuakunft» tönt es auch in Glarus.
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«Wir sind sehr besorgt über unsere Zukunft und die drohende Klimakatastrophe», schreiben Lisa Hämmerli und Jürg Rohrer von der Klimabewegung Glarus in einer Medienmitteilung vom Freitag. Weil die beiden davon überzeugt sind, dass die Politiker in Bern nicht auf die Klimakrise reagieren und die Zukunft ihrer Generation nicht schützen, wollen sie nun selbst handeln.

Wie aus der Medienmitteilung hervorgeht, sammelt die Organisation ab Samstag Unterschriften, um eine ausserordentliche Klima-Landsgemeinde einberufen zu können. Für eine solche haben sie sich ambitionierte Ziele gesetzt.

Konkrete Forderungen

Zum einen solle der Kanton Glarus das Ziel «Netto-Null Treibhausgas-Emissionen bis 2030» in seine Verfassung schreiben. Zum anderen sollen etwa das Energiegesetz, das Landwirtschaftsgesetz oder die Finanzgesetzgebung mit Massnahmen ergänzt oder gar verändert werden, damit dieses Ziel erreichbar werde. Und drittens solle der Kanton Glarus ein Team einsetzen, welches kontrolliert, ob die Ziele erreicht werden – und notfalls reagiert, wenn dem nicht so ist.

«Eine Mehrheit der Glarner Regierung und des Landrates hat noch nicht erkannt, wie dringend eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen ist. Es braucht deshalb speziellen Anstoss aus der Bevölkerung», wie es in der Mitteilung weiter heisst. (ivk)

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Wetterprognosen gestern und Klimaprognosen heute
Vor rund 130 Jahren erstreckten sich die Wetterprognosen, wie es in einem Kalender von 1886 steht, immer nur auf den nächstfolgenden Tag. Für mehr als einen Tag erklärte die Wissenschaft ihr Unvermögen. Wie schwierig Wetterprognosen noch heute sind, zeigt die Entwicklung seit 1886. Trotz Computern, Wettersatelliten und Wetterflugzeugen hat sich die Prognose um nur sieben Tage erhöht. Die Wissenschaft hat immerhin 130 Jahre Entwicklung hinter sich. Die Wissenschaft stösst mit allen technischen Möglichkeiten an Grenzen, die vielleicht nie überschritten werden können. Das wäre Grund genug, allseits über das Wetter und Klima weniger Schlagzeilen zu produzieren.
Wenn Wetterprognosen so kompliziert sind, wie muss das erst mit Klimaprognosen sein, wo das 30 bis 40- jährige Mittel die Klimakarten bestimmen? Nacheinander ein paar heisse Sommer oder auch warme Winter haben für das langfristige Klima keine grosse Bedeutung. Das Klima ist so oder so immer im Wandel. Daher braucht es keine Demonstrationen und schon gar keine Angstmacherei. Demonstrieren ja, aber gegen die Luft- und Umweltverschmutzung. Hier gibt es aber kein Lob seitens der Politik oder von Vätern und Müttern. Antworten auf Fragen über das zukünftige Klima können immer nur spekulativ sein. Das langfristige Klima ist hochkomplex. Deshalb wird es keinen ernsthaften Wissenschaftler geben, der mit seiner Unterschrift CO2 alleine für einen Klimawandel verantwortlich macht. Die jungen Menschen sollten, wenn sie von Übereinstimmung hören Albert Einstein lesen, er schrieb: „Ein Abend an dem sich alle Anwesenden einig sind, ist ein verlorener Abend“.
Max Matt, Altstätten