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Bauernpräsident Roffler: «So verlieren wir junge Landwirte»

In der Vernehmlassung zur Agrarpolitik 22+ fordert der Bund eine höhere Ausbildung für Landwirte. Der Bündner Bauernpräsident Thomas Roffler hält das für übertrieben. Das halte junge Leute vom Einstieg in den Landwirtschaftsberuf ab.

Südostschweiz
Dienstag, 23. April 2019, 18:24 Uhr Bauern sollen studieren
Bauernpräsident Thomas Roffler ist nicht einverstanden mit den Plänen des Bundes.
THEO GSTÖHL

Um als Landwirt Anspruch auf Direktzahlungen zu haben, reichte bislang eine abgeschlossene Lehre. Nun will der Bund, dass künftige Bauern besser im Bereich der Betriebsführung ausgebildet werden. «Demnach müssten die jungen Bauern nach der dreijährigen Lehre, die mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen wird, ein Jahr Ausbildung anhängen», erklärt Silvan Caduff, Leiter Bildungs- und Beratungskommission beim Bündner Bauernverband. Diese modulartige Weiterbildung würde auf mehreren Ebenen Zusatzaufwand bedeuten, so Caduff. «Die jungen Landwirte müssten mehr Zeit in die Ausbildung investieren, mehr lernen, zusätzliche Prüfungen absolvieren und vor allem selbst für die Kosten dieser zusätzlichen Ausbildung aufkommen.» Zudem sei noch nicht bekannt, wo diese Zusatzmodule angeboten werden könnten. Für Caduff ist klar: «Diese Forderung des Bundes schadet Graubünden, sie schreckt Nachwuchskräfte ab. Doch genau diese brauchen wir.»

Strukurwandel vorantreiben?

Bündner Bauernpräsident Thomas Roffler sieht die Situation ähnlich wie Caduff. «Dass die Anforderungen in der Ausbildung erhöht werden sollen, finden wir grundsätzlich gut», sagt Roffler. «Doch dass jeder Landwirt künftig eine Betriebsleiterausbildung benötigen soll – das sind unserer Meinung nach zu hohe Anforderungen.»

Mit zu hohen Ausbildungsanforderungen würden immer weniger Landwirte einen Hof übernehmen, glaubt Roffler. «Und das wäre nicht gut für Graubünden.» Denn das würde dem Strukturwandel «enorm Vorschub leisten», so Roffler. (sz)

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