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SVP stellt Vorschlag für eine GLKB-Verwaltungsrätin infrage

Die Glarner Kantonalbank schlägt die Ökonomin und Wirtschaftsprüferin Sonja Stirnimann als neue Verwaltungsrätin vor. Doch die SVP-Fraktion hätte lieber mehr Glarner im Verwaltungsrat.

Fridolin
Rast
Samstag, 13. April 2019, 04:30 Uhr Widerstand
Ein paar Fragen: Die Landratsfraktion der SVP zeigt sich in ihrer Interpellation «besorgt», weil Peter Rufibach im Verwaltungsrat der Glarner Kantonalbank mit einer «ausserkantonalen Persönlichkeit» ersetzt werden soll.
PRESSEBILD

Die SVP-Fraktion im Landrat meldet sich zu den Ersatzwahlen in den Verwaltungsrat der Glarner Kantonalbank (GLKB) zu Wort. In einer Interpellation rühmt sie die Arbeit und den Erfolg der Bank. Dann aber äussert die SVP «grosse Besorgnis».

Die SVP-Fraktion «nimmt mit Freude von der positiven Entwicklung der GLKB im vergangenen Geschäftsjahr Kenntnis». Die Gewinne seien in den vergangenen Jahren «nachhaltig» gestiegen, die Bank habe neue und zukunftsträchtige Geschäftsfelder entwickelt und dabei im Kanton attraktive Arbeitsplätze geschaffen. Die SVP-Fraktion dankt der GLKB, ihrem Verwaltungsrat, der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden und anerkennt ihre Leistungen.

«Erfahrene und versierte» Kandidatin vorgeschlagen

Nun tritt auf die Generalversammlung vom 26. April Verwaltungsrat Peter Rufibach zurück, auf seinen eigenen Wunsch, wie die GLKB in ihrer Einladung erklärt. Sie schlägt vor, an seiner Stelle Sonja Stirnimann als neues Mitglied zu wählen, neben den sechs Männern, die wieder kandidieren: Präsident Martin Leutenegger, Finanzdirektor Rolf Widmer als Vertreter des Regierungsrats, Jürg Zimmermann, Rudolf Stäger, Urs P. Gnos und Markus Heusler.

Die 43-jährige Sonja Stirnimann wird den Aktionären als Managing Partner bei der Structuul AG vorgestellt, einer Beratungsfirma für Governance, Risk, Compliance und Kommunikation. Stirnimann ist Ökonomin, diplomierte Wirtschaftsprüferin, hat einen Master of Business Administration in Finanzdienstleistungen und Versicherung sowie weitere Ausbildungen.

Sie sei für den Prüfungsausschuss vorgesehen und eine erfahrene und versierte Verwaltungsrätin, schreibt der GLKB-Verwaltungsrat.

SVP nimmt «mit grosser Besorgnis zur Kenntnis»

Die SVP-Fraktion nimmt den Vorschlag «mit grosser Besorgnis zur Kenntnis», weil mit ihr einmal mehr eine Person vorgeschlagen sei, die nicht aus dem Kanton Glarus stamme.

Zwar würde «die deutliche Untervertretung im Aufsichtsorgan» korrigiert – bisher gibt es keine einzige Frau im Verwaltungsrat – doch werde dieser «wiederum mit einer ausserkantonalen Persönlichkeit bestückt». Werde Stirnimann gewählt, so komme es zu einer ausserkantonalen Mehrheit.

Das werfe Fragen auf, da doch der Kanton klarer Mehrheitsaktionär sei, die Bank einen gesetzlichen Leistungsauftrag habe und sich gerne als glarnerisch und als Bank für die Glarner präsentiere.

SVP möchte lieber eine Glarner Frau suchen

Die SVP-Fraktion fragt:

■ Zwar habe die GLKB zu Recht vor allem die Untervertretung der Frauen entschärft. Aber: «Hat man im Kanton nach einer valablen weiblichen Nachfolgerin gesucht?»

■ Die SVP-Fraktion unterstütze Entpolitisierung und Ausrichtung nach fachlichen Kriterien. Aber: «Werden den Kenntnissen von ‹Land und Lüüt›, hiesigen Gepflogenheiten und Verhältnissen genügend Rechnung getragen mit einem mehrheitlich ausserhalb des Kantons Glarus heimischen Verwaltungsrat?»

■ Die Fraktion habe zehn umliegende und vergleichbare Kantonalbanken verglichen. Und fast drei Viertel von deren Verwaltungsräten wohnten in den jeweiligen Kantonen. Darum lautet eine weitere Frage: «Ist dem Regierungsrat bewusst, dass nur zwei ihrer Verwaltungsräte von Ausserkantonalen beherrscht sind?»

■ «Mit welcher Begründung kann diese deutliche Abweichung vom Durchschnitt begründet werden?»

Der Regierungsrat hat nun drei Monate Zeit, um die Interpellation zu beantworten. Er könnte aber laut Landratsverordnung auch Gründe angeben, warum er eine Antwort verweigert.

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