×

Nun verlangt auch die CVP Steuersenkungen

Bisher setzten sich SP und SVP im Bündner Parlament vergeblich für eine tiefere Steuerbelastung der Bevölkerung ein. Ob aus wahltaktischen oder aus anderen Gründen: Jetzt wechselt auch die CVP das Lager.

Südostschweiz
Dienstag, 09. April 2019, 04:30 Uhr Lager-Wechsel

Der Kanton Graubünden hat die letzten Jahre erfolgreich gewirtschaftet, das Eigenkapital ist auf über 800 Millionen Franken angewachsen. Dies, obwohl die Steuern der juristischen Personen gesenkt worden sind. Weiterhin kein Thema ist für die Regierung aber eine steuerliche Entlastung der Bevölkerung, wie Finanzdirektor Christian Rathgeb im Interview sagte. 

Im letzten Dezember forderte bereits die SP Graubünden, die gute Finanzlage des Kantons für allgemeine Steuersenkungen zu nutzen. Auch die SVP prangert seit Jahren zu hohe Steuern und Gebühren an. Die beiden Polparteien vermochten bisher mit ihren 28 Grossratsmandaten die Macht der Mitte mit CVP und BDP nicht zu übertrumpfen.

Doch nun kippt die CVP. Wie Fraktionspräsident Remo Cavegn gestern sagte, seien jetzt nach zahlreichen Steuersenkungen für die juristischen Personen die natürlichen Personen an der Reihe. Cavegn hat angekündigt, in der Junisession zwei Aufträge einzureichen, welche eine Entlastung des Mittelstandes verlangt. Eine bewusst im Wahljahr lancierte Offensive? «Nein», sagt Cavegn dazu. «Es ist ein Anliegen aus unserer Basis.» Einerseits will die CVP einen steuerlichen Abzug für Personen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Cavegn begründet diese Forderung mit hohen Pflegekosten in den Alters- und Pflegeheimen. «Mit einem Pflegeabzug würden wir einen Beitrag gegen die massiv steigenden Gesundheitskosten leisten.»

«Gebot der Stunde»

Andererseits fordert die CVP-Fraktion, dass der maximale steuerliche Abzug für die Krankenkassenprämien erhöht wird. Nach den in den letzten Jahren eingefahrenen Millionengewinnen sei es ein Gebot der Stunde, jetzt endlich den Mittelstand steuerlich zu entlasten, so Cavegn. Anderer Meinung ist dagegen inzwischen die FDP Graubünden.

Hier lest Ihr den ausführlichen Artikel dazu:

Kommentar schreiben

Kommentar senden