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Massendemonstration in Algerien nach Rücktritt von Bouteflika

Drei Tage nach dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika hat es in Algerien wieder Massenproteste gegeben. Diese richten sich nun gegen die neuen Machthaber aus dem Umfeld Bouteflikas.

Agentur
sda
Freitag, 05. April 2019, 16:13 Uhr Algier
Demonstranten mit Transparenten am Freitag in Algier - die Proteste richten sich nun gegen die neuen Machthaber aus dem Umfeld des abgetretenen Präsidenten Bouteflika.
Demonstranten mit Transparenten am Freitag in Algier - die Proteste richten sich nun gegen die neuen Machthaber aus dem Umfeld des abgetretenen Präsidenten Bouteflika.
Keystone/AP/SIDALI DJARBOUB

Vor dem alten Postgebäude in der Hauptstadt Algier versammelten sich am Freitag tausende Demonstranten. Die Anführer der Protestbewegung hatten in Online-Netzwerken zu «fröhlichen Demonstrationen» aufgerufen, um das «diktatorische Regime friedlich zu stürzen».

Der 82-jährige Bouteflika war nach wochenlangen Massenprotesten am Dienstagabend zurückgetreten. Zuvor hatte auch das Militär auf ein Ende der 20-jährigen Amtszeit des greisen Staatschefs gedrungen.

Die Proteste richten sich nun gegen die drei Bouteflika-Vertrauten Abdelkader Bensalah, Tayeb Belaiz et Noureddine Bedoui, die den Übergang organisieren sollen und von den Demonstranten «3B» genannt werden.

Der 77-jährige Bensalah, ein langjähriger Weggefährte Bouteflikas und Vorsitzender des Oberhauses des Parlaments, soll als Interims-Staatschef die Amtsgeschäfte weiterführen und innerhalb von 90 Tagen Wahlen organisieren. Belaiz, der 16 Jahre lang Minister war, wurde noch von Bouteflika zum Präsidenten des Verfassungsrats ernannt, der die Wahl überwacht. Der im März von Bouteflika zum Regierungschef ernannte Bedoui war zuvor Innenminister.

«Bis sie alle weg sind»

Die Demonstranten lehnen die Politiker wegen ihrer Nähe zu Bouteflika ab und fordern auch sie zum Rücktritt auf. Einer der Anführer der Proteste, der Anwalt Mustapha Bouchachi, forderte eine Fortsetzung der Demonstrationen, «bis sie alle weg sind». Bisher hätten die Regierungsgegner «nur zum Teil» gewonnen, sagte er in einem Online-Video. «Die Algerier werden diese Symbole des Regimes nicht akzeptieren.»

Die Demonstranten fordern, dass stattdessen neue Übergangsinstitutionen eingesetzt werden sollen, die freie Wahlen organisieren und Reformen in Gang setzen sollen.

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