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Dieser neue Schriftzug sorgt für Knatsch

Dieser neue Schriftzug sorgt für Knatsch

Mit dem neuen Schriftzug «Post und Bibliothek» an der Fassade ist das Gestaltungskonzept der Churer Stadtbibliothek in der alten Post abgeschlossen.

Daria
Joos
vor 2 Jahren in
Politik
Bibliothek in frischem Glanz : Die neue Beschriftung soll die Doppelnutzung des alten Postgebäudes in Chur unterstrichen.
OLIVIA ITEM

Die Mitglieder der Facebook-Gruppe «Chur, mon amour» konnten es kaum fassen. «Es ist zum Heulen ...» – «Das gits jo nid!» – «As wird kai Ruah geh bis alles Schöna, Alta wäg isch.» – «Sonst hat der Denkmalschutz auch überall seine Finger drin.» – «Alles wird verhunzt!» – «So a Sauerei!».

Grund für ihre Aufregung war ein Foto, das am Dienstagnachmittag auf Facebook geteilt wurde. Auf dem Bild sieht man, wie die Buchstaben des Schriftzugs «Post und Telegraf» an der Fassade des ehemaligen Churer Postgebäudes abmontiert werden, wo vor gut einem halben Jahr die Stadtbibliothek eingezogen ist.

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Der Vorher/Nachher-Vergleich. BILDER YANIK BÜRKLI/OLIVIA ITEM

Von «Telegraph» zu «Bibliothek»

Aber die empörten Face-Book-User dürfen aufatmen: Die goldenen Lettern sind nicht alle verschwunden und wurden auch nicht wie befürchtet mit Leuchtreklamen ersetzt. Das Wort «Telegrafi» wurde lediglich durch «Bibliothek» ersetzt. Und zwar gemäss den denkmalpflegerischen Auflagen, «dass Schriftbild, Materialisierung und Art der Befestigung vom historischen Bestand zu übernehmen sind».

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Mit der Buchstabensetzung ist der Umbau der alten Post zur Stadtbibliothek am Mittwochvormittag endgültig abgeschlossen worden. «Es ist eine riesige Freude, dass wir nach fast dreijähriger Arbeit nun am letzten Buchstaben sind», sagte Hans Danuser, Stiftungsrat der Stadtbibliothek, vor den Medien. Währenddessen wurde das «K» an der Fassade des über 115 Jahre alten Gebäudes befestigt. «Post und Bibliothek» steht nun rechts über der Eingangstür, «Posta e biblioteca» links davon.

«Auch die Mehrsprachigkeit des Kantons wird angedeutet», so Danuser. Die Romanen seien zwar leider nicht dabei. «Aber sie waren vor hundert Jahren eben auch nicht dabei», sagte er mit einem Augenzwinkern. Ein weiterer Schriftzug einzubauen, wäre dann auch zu kompliziert geworden.

Danuser betonte: «Das Schönste ist, dass die Post wirklich immer noch hier ist.» Zwar nicht mehr in der gleichen Form wie bei der Eröffnung im Jahr 1904. Aber in der integrierten Postfiliale können diverse Postdienstleistungen während der Öffnungszeiten der Bibliothek bezogen werden.

800 Bücher pro Tag

Die Stadtbibliothek befindet sich seit Ende August im ehemaligen Postgebäude. Mit dem Betrieb im ersten halben Jahr ist Bibliotheksleiterin Julia Wägner sehr zufrieden. «Wir haben massiv mehr Neukunden», sagte sie. Und die Kunden kämen nicht nur, um Bücher auszuleihen, sondern auch, um sich in der Bibliothek aufzuhalten, etwa um zu lesen oder zu lernen. Zudem können Nutzer seit Ende August mit einem Bibliotheksausweis die Bibliothek auch ausserhalb der bedienten Öffnungszeiten besuchen. «Das zieht vor allem Leute an, die vorher nicht die Möglichkeit hatten, in die Bibliothek zu kommen», erklärte Wägner.

Die Bücher können selbst ausgeliehen und zurückgegeben werden. Weniger Arbeit für das Personal gibt es aber nicht – im Gegenteil. «Das Versorgen generiert immer noch am meisten Arbeit», so Wäger. Und zwar pro Tag durchschnittlich 800 Bücher.

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