×

Hochwasserschutz-Projekt am Rhein wird im Modell 1:50 überprüft

Die Internationale Rheinregulierung lässt in einer Industriehalle in Dornbirn zwei Abschnitte des Rheins im Massstab 1:50 nachbauen. Das Modell ermöglicht Versuche, mit denen in den kommenden Monaten das Hochwasserschutz-Projekt «Rhesi» überprüft wird.

Agentur
sda
Mittwoch, 13. März 2019, 16:10 Uhr Dornbirn A
In dieser Halle in Dornbirn (Vorarlberg) lässt die Internationale Rheinregulierung zwei Abschnitte des Rheins im Massstab 1:50 aufbauen. Am Modell wird das geplante Hochwasserschutz-Projekt "Rhesi" überprüft.
In dieser Halle in Dornbirn (Vorarlberg) lässt die Internationale Rheinregulierung zwei Abschnitte des Rheins im Massstab 1:50 aufbauen. Am Modell wird das geplante Hochwasserschutz-Projekt "Rhesi" überprüft.
Keystone/Florian Hinkelammer-Zens

Aus den wasserbaulichen Modellversuchen sollen Erkenntnisse gewonnen werden, um das vorliegende «Generelle Projekt» zu optimieren, wie die Internationale Rheinregulierung am Mittwoch mitteilte. Mitte Juni soll dann auch die Öffentlichkeit Zugang zur Modellanlage erhalten, um sich über das Projekt zu informieren.

«Mit dem Beginn dieser Modellversuche geht das so wichtige Hochwasserschutz-Projekt Rhesi nun in grossen Schritten auf dem Weg zur Genehmigung weiter», sagte der St. Galler Regierungsrat Marc Mächler an einer Medienkonferenz in Dornbirn (Vorarlberg).

Zwei Flussabschnitte

Die Versuche in einer 4700 m2 grossen Halle konzentrieren sich auf die beiden Abschnitte Widnau bis Höchst sowie Oberriet bis Koblach. Diese werden im Massstab 1:50 nachgebaut. Der Aufbau der etwa 100 Meter langen Modelle wird etwa ein halbes Jahr dauern. Fachleute der ETH in Zürich begleiten den Aufbau und die Versuche.

Die Halle in der Nähe der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn sei ein idealer Platz für die Modellanlage, sagte der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner. Die Hochwassersicherheit für die Bevölkerung im Rheintal habe für ihn «oberste Priorität».

Begonnen wird mit dem Abschnitt Widnau-Höchst: Hier wollen die Wasserbaufachleute die Veränderungen der Flusssohle und die Belastungen der Uferböschung überprüfen, die durch das Projekt «Rhesi» erwartet werden. In einer zweiten Etappe geht es dann um die Strukturen im Flussbett und den Geschiebehaushalt.

Bevölkerung erhält Zugang

Die beteiligten Gemeinden und die breite Öffentlichkeit erhalten im Rahmen von Führungen und verschiedenen Veranstaltungen die Möglichkeit, die Modellversuchshalle zu besuchen. Erste Einblicke soll es ab dem 15. Juni geben. An diesem Tag wird die Bevölkerung eingeladen, sich vor Ort über das Projekt «Rhesi» zu informieren.

«Rhesi» hat zum Ziel, den Hochwasserschutz am unteren Alpenrhein zu verbessern. Das Projektgebiet erstreckt sich von der Ill-Mündung (Kilometer 65) bis zur Mündung des Rheins in den Bodensee bei Kilometer 91. Auf der gesamten Länge soll die Abflusskapazität des Rheins erhöht und auf den Oberlauf abgestimmt werden.

Die geplanten baulichen Massnahmen müssen den Gesetzen Österreichs und der Schweiz entsprechen. Unter anderem geht es um die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, ökologische Aufwertungen und den sparsamen Umgang mit Ressourcen, Kulturland und Finanzen.

Kommentar schreiben

Kommentar senden