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«Sportprojekte brauchen einfach ihre Zeit»

Für fast sechs Millionen Franken hätten in Lenzerheide neue Sportplatzgebäude entstehen und das alte abgerissen werden sollen. Die Stimmbürger sprachen sich gegen diesen Plan aus. Ein Entscheid, der nicht überraschend kam, findet Gemeindepräsident Aron Moser.

Südostschweiz
Montag, 11. Februar 2019, 09:49 Uhr Gemeinde hat mit Ablehnung gerechnet
Laut Gemeindepräsident Aron Moser ist es immer schwierig, Sportprojekte durchzubringen.
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631 Stimmberechtigte der Gemeinde Vaz/Obervaz haben bei der Abstimmung vom Sonntag dem Neubau eines Sportplatzgebäudes in Lenzerheide eine Abfuhr erteilt. Bei dem Projekt wäre das bestehende 30-jährige Gebäude beim Sportplatz bei der katholischen Kirche abgerissen worden. An seiner Stelle wären bis 2020 zwei neue Gebäude entstanden und das Kunsteisfeld erweitert worden – für 5,9 Millionen Franken. Die neue Infrastruktur hätte den Schulen und lokalen Vereinen, wie auch dem Tourismus zugutekommen sollen.

Das Geld ist zweitrangig

Gemeindepräsident Aron Moser hatte im Vorfeld mit einem Nein gerechnet, wie er gegenüber Radio Südostschweiz sagt. Man habe die Nein-Tendenz schon bei der vorangegangenen Informationsveranstaltung bemerkt. «Ich kann mir vorstellen, dass jedes Projekt im Sportbereich eine gewisse Zeit braucht, bis man es bei einer Volksabstimmung realisieren kann», meint Moser und spricht die Sportanlagenprojekte in Chur oder Landquart an.

Dabei spiele nicht unbedingt das Geld die grösste Rolle. «Ich habe das Gefühl, dass vielmehr das Bedürfnis und die Frage, ob man das Projekt überhaupt braucht, im Vordergrund stehen», so Moser. Und dort würden die Meinungen einfach zu weit auseinandergehen. «Eine Frage ist, ob man so eine Anlage überhaupt für einen Fussballclub bauen möchte. Eine andere ist, ob man eine fürs Curling möchte. Und wieder eine andere, ob man Kunsteis möchte.»

Ungewisse Zukunft

Die Gemeinde hatte das Projekt vor gut sechs Jahren in Angriff genommen. Eine Kommission des Gemeinderates hatte es ausgearbeitet. «Dabei haben wir viel Erfahrungen gesammelt. Mit diesen wollen wir weitermachen», betont Moser. Das Ziel: Den Platz mit den Sportanlagen so zu erhalten, dass er dem Platz auch wirklich würdig ist. Ob nochmal eine Abstimmung angestrebt wird, wollte Moser nicht sagen. (rac)

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