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Juso kritisiert in Davos die Untätigkeit der Mächtigen

In Davos demonstrieren am Donnerstagnachmittag linke Kreise gegen das Weltwirtschaftsforum, «gegen Kapitalismus, Nationalismus und Faschismus». Die Mächtigen hätten versagt, sagte Juso-Präsidentin Tamara Funiciello.

Südostschweiz
Donnerstag, 24. Januar 2019, 16:56 Uhr WEF-Demo
Die Anti-WEF-Demo in Davos verläuft bisher friedlich.
CARMEN BAUMANN

Die Mächtigen sprächen davon sprechen, dass das WEF erfolgreich sei. «Doch wie definiert Ihr Erfolg?», fragte Funciello an die Adresse der Unternehmenschefs und Politiker, die unweit des Demonstrationsplatzes tagten. Erfolgreich wäre es, wenn alle Kinder eine Schulbildung bekämen, niemand mehr hungern müsste, alle ihre Sexualität ausleben könnten und Menschenrechte eingehalten würden.

Funiciello kritisierte zudem direkt Bundespräsident Ueli Maurer. «Ich schäme mich offen für Sie», sagte die Juso-Präsidentin vor den rund hundert Demonstrantinnen und Demonstranten. Sie sprach damit die Aussage Maurers an, wonach der Fall um den getöteten, saudi-arabischen Journalisten, Jamal Khashoggi, abgeschlossen sei.

«Wir kämpfen gegen rechts und gegen oben», sagte Funiciello vor den Demonstranten. «Wir sind nicht viele, aber wir sind überall», sagte sie. Hier in Davos setzten sie sich gegen das WEF ein, in Paris gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron, in Hamburg gegen die G20.

Die Demonstranten versammelten sich auf dem Areal zwischen dem Rathaus- und dem Bubenbrunnenplatz. Bewilligt worden war die Demonstration mit zahlreichen Auflagen. Diese betrafen unter anderem die Art der Kundgebung, den Ordnungsdienst sowie das Informations- und Kundgebungsmaterial. Bewilligt wurde die Platzdemonstration von 15 bis 18 Uhr. (sda/so)

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