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Bund soll E-Busse fördern, auch auf Bündner Strassen

Martin Candinas ist der Meinung, dass auf unseren Strassen zu wenige Elektrobusse unterwegs sind. Um einen Schritt vorwärts zu kommen seien Anreizsysteme nötig und deshalb hat er jetzt einen Vorstoss gemacht: Der Bund soll Gelder an Städte zahlen, damit diese Elektrobusse einsetzen können. 

Südostschweiz
Donnerstag, 24. Januar 2019, 04:30 Uhr «Es braucht Anreizsysteme»
Bus Bahnhof ÖV öffentlicher Verkehr Glarus Nord Bahn
Elektrobusse für die Umwelt: Dafür soll ein Anreizsystem gesetzt werden.
MAYA RHYNER

In der Schweiz sind Elektrobusse eher selten unterwegs. Zwar habe es in einigen Städten E-Busse im Einsatz, aber noch immer zu wenig – obwohl grosses Bedürfnis vorhanden sei, sagt der Präsident des Informationsdienstes für den öffentlichen Verkehr (LITRA), Martin Candinas. Deshalb hat er einen Vorstoss gemacht und will, dass der Bund Geld an Städte zahlen soll, damit diese E-Busse anschaffen können. Die Kommission habe das Postulat eingebracht, dass Massnahmen geprüft würden und aufgezeigt werde, wie die Umstellung gefördert werden könne.

Enorme Mehrkosten

Eine Umstellung von Dieselbussen auf umweltfreundliche, klimaneutrale und nicht-fossile Busse sei ein grosses Anliegen in sehr vielen Städten – nur sind dabei die Mehrkosten enorm, so Candinas. «Aus diesem Grund kommt man nicht voran».

E-Busse würden meist nur für eine Linie eingesetzt, da die Kosten sehr hoch seien. «Wenn wir wirklich einen Schritt vorwärtskommen und etwas für das Klima und die Reduktion von CO2 machen wollen, dann braucht es ein Anreizsystem und Möglichkeiten, diese Mehrkosten abzufangen», so Candinas.

«Die Augen nicht verschliessen»

«Dass die Klimaentwicklung ein Problem ist und der CO2-Ausstoss gesenkt werden soll – das hat das Schweizer Volk schon mit der Energiestrategie beschlossen», sagt Candinas. Ausserdem habe man dies beispielsweise auch letzte Woche bei den Schülerdemonstrationen gesehen, die gemacht worden seien. «Dass wir mehr auf die Umwelt achten und umweltfreundliche Busse einsetzen wollen, ist ein Thema». Und wenn man Anreizsysteme mache, dann koste das.

Das Postulat lasse offen, ob man andere Bereiche weniger stark abgelte und dafür in diesem Bereich mehr Geld einsetze. «Man soll die Augen vor der Entwicklung nicht verschliessen, sondern offen sein und einen Schritt in Richtung umweltfreundlichere, klimaneutrale und nicht-fossile Busse gehen», schliesst Candinas ab.

Ökologische Ziele immer stärker gewichtet

Auch beim Stadtbus Chur werde man in Zukunft wieder auf E-Busse setzen, sagt Ralf Kollegger von Chur Bus. Denn beim Stadtbus befinde man sich im Spagat zwischen ökonomischen und ökologischen Zielen. Letztere würden in letzter Zeit immer stärker gewichtet.

Bereits 2012 habe man beim Stadtbus zeitweise Hybrid- und E-Busse gehabt. In Zukunft werde man wieder daraufsetzen. «Wichtig ist, dass man seine Lehren von damals miteinbezieht und die Erfahrungen wieder in das Thema einbringt», so Kollegger.

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