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In der Eishalle ist jetzt das House of Switzerland

Die offizielle Schweiz feierte am Dienstagabend am World Economic Forum (WEF) in Davos eine kleine Premiere: Sie eröffnete das «House of Switzerland», welches als «Plattform für Vertretung der Interessen der Schweiz» dienen soll.

Agentur
sda
Dienstag, 22. Januar 2019, 21:21 Uhr WEF in Davos

«Davos ist der Ort, an welchem die Welt zusammenkommt», sagte Bundesrat Ignazio Cassis bei der Eröffnung des «House of Switzerland». Im «House of Switzerland» hat die Schweizer Delegation nun auch einen Ort, wo beispielsweise Schweizer Geschäftsführer mit anderen Konzernchefs hinter verschlossenen Türen zusammenkommen können.

Das «House of Switzerland» wird vom Eidgenössischen Departement für Auswärtiges (EDA) geleitet und verfügt über ein Budget von 100'000 Franken, wie eine Kommunikationsteam gegenüber der Agentur Keystone-SDA sagte. Geplant sind vier offizielle Anlässe.

An der Eröffnung waren mehrere Staatssekretärinnen und -Sekretäre, nationale Politiker, Vertreterinnen und Vertreter des WEF sowie Zuständige aus der Stadt Davos und dem Kanton Graubünden zugegen.

Fall Khashoggi «ist abgehakt»

Nicht fehlen durften selbstredend die anderen Bundesräte, die am WEF teilnehmen. Bundespräsident Ueli Maurer traf derweil die Finanzminister Israels, Neuseelands und Saudi-Arabien. Vor den Medien sagte Maurer, dass die Angelegenheit um den getöteten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi «schon lange abgehakt» sei. Er habe mit dem Finanzminister Saudi-Arabiens besprochen, dass die Finanz-Beziehung weitergeführt und die Beziehung normalisiert werde, wie er gegenüber Keystone-SDA sagte.

Mit den anderen Finanzministern habe er besprochen, ob sie sich mal treffen sollten. «Die Kleinen geraten ja ein bisschen unter den Druck der G20», sagte Maurer. Da sei die Frage, ob man sich treffen solle, um gemeinsame Interessen herauszuarbeiten. Die Idee werde spätestens im Herbst weiterverfolgt.

Aussenminister Ignazio Cassis traf sich mit dem georgischen Premierminister. Georgien gehört zu jenen Ländern, aus welchen in der Schweiz derzeit am meisten Asylgesuche gestellt werden, in der Regel hinter Eritrea, Syrien und Afghanistan.

Cassis habe mit dem Premierminister darüber gesprochen, dass es zu einer «kleinen Zunahme» von Arbeitsmigranten in der Schweiz gekommen sei. Dieser ist sich «darüber im Klaren», sagte Cassis gegenüber Keystone-SDA. Zwischen Georgien und der Schweiz gäbe es aber bereits seit längerem ein Rückübernahmeabkommen, das gut funktioniere.

Cassis: «Beziehung mit Äthiopien intensivieren»

Mit dem Aussenminister von Äthiopien sprach Cassis vor allem über den Friedensprozess zwischen Eritrea und Äthiopien. «Wir haben darüber diskutiert, dass unsere Beziehungen intensiviert werden», sagte Cassis.

Was Äthiopien jetzt brauche, seien mehr Investitionen in ihr Land. «Dies setze gute Rahmenbedingungen voraus, wo wir ihnen behilflich sein wollen mit finanzieller Unterstützung und Know-how darüber, wie sie gute Rahmenbedingungen schaffen, damit der Private Sektor investiere». Der Premierminister habe sich zudem gefreut zu hören, dass die Flugverbindung zwischen Adis Abeba und Genf funktioniere.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte derweil mehrere «sehr interessante inoffizielle Treffen», wie er gegenüber Keystone-SDA sagte. Unter anderem traf er den Minister für Soziale Entwicklung von Chile. Auch Wirtschaftsminister Guy Parmelin war am Dienstag an ersten Treffen, unter anderem mit den Finanzministern von Ägypten und Südafrika.

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