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Churer Bischof zieht in ein konservatives Knabeninstitut

Der Churer Bischof Vitus Huonder zieht nach dem Ende seiner Amtszeit in ein Knabeninstitut in Wangs.

Südostschweiz
Montag, 21. Januar 2019, 18:57 Uhr Lebensabend
Der Churer Bischof Vitus Huonder.
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An Ostern endet voraussichtlich die Amtszeit des Churer Bischofs Vitus Huonder. Wie der katholische Blog «Rorate Caeli» schreibt, ist nun bekannt, wo er seinen Lebensabend verbringen wird. Der 76-Jährige wird ins Knabeninstitut Sancta Maria in Wangs einziehen. Dieses gehört zur konservativen Bruderschaft Pius X. Das Bistum Chur hat das Gerücht gegenüber der Zeitung «Die Ostschweiz» bestätigt.

Vor zwei Jahren verlängerte der Papst die Amtszeit von Bischof Vitus Huonder bis Ostern 2019 und damit bis Ende April. Offen ist aber weiterhin die Nachfolge – und damit auch den Termin des Ausscheidens von Bischof Vitus Huonder. Er wurde 2007 zum Churer Diözesanbischof  geweiht. Wie sein Vorgänger Wolfgang Haas verfolgt auch Huonder einen konservativen Kurs. 

Die Piusbruderschaft ist konservativ eingestellt. So lehnte sie die Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils ab, in dem es um die Öffnung der Ökumene und Modernisierungsmassnahmen der Kirche ging. Dies führte zum Streit mit Rom und bis zu illegalen Bischofsweihen und der Exkommunikation der Geweihten.

Das in Mels gegründete Institut für interne und externe Schüler ist eine staatlich anerkannte Privatschule für Buben. Sie bietet laut der Internetseite neben Real- und Sekundarschule auch ein sogenanntes Kurzzeitgymnasium an, in dem Jugendliche auf die Maturitätsprüfung mit Latein als Schwerpunktfach vorbereitet werden. Zurzeit besuchen knapp 100 Schüler das Institut. Sie kommen zum grössten Teil aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland, Österreich und vereinzelt aus anderen Ländern.

Das Bistum Chur war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar. (phw)

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