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Der Bundesrat muss über ein Vereinslager debattieren

Dem traditionellen Segelfluglager in San Vittore droht das Aus. Weil sich das Bundesamt für Zivilluftfahrt bis heute weigert, eine Bewilligung auszustellen, muss sich nun der Bundesrat mit dem Lager beschäftigen.

Hans Peter
Putzi
Dienstag, 18. Dezember 2018, 04:30 Uhr Bazl mauert
Der alte Militärflugplatz von San Vittore ist für die Segelfliegerei ideal.
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Jeweils im Frühling wird das Misox zum Hotspot der Schweizer Segelflugszene. Seit über 30 Jahren dient der alte Militärflugplatz in San Vittore als Basis für ein zweiwöchiges alpines Segelfluglager. Organisiert wird das Lager vom Verein Segelfluggruppe San Vittore. «In den letzten Jahren generierte die Veranstaltung jeweils über 600 Übernachtungen in der Region», so Vereinspräsident Thomas Gmür gestern auf Anfrage.

Unterstützung in der Gemeinde

Auch im kommenden Frühling, vom 30. März bis 13. April, soll das Lager wieder in San Vittore durchgeführt werden. Doch bis heute wartet die Segelfluggruppe San Vittore auf die Bewilligung. Während diese in den Jahren zuvor stets unbürokratisch von der Armasuisse Immobilien erteilt wurde, ist jetzt das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) dafür zuständig. Dieses lässt die Segelfluggruppe San Vittore seit Monaten warten, obwohl die drei Standortgemeinden San Vittore, Roveredo und Lumino (Tessin) ihr Einverständnis längst erneuert haben.

Interpellation an den Bundesrat

Nun hat sich der Schweizer Aero-Club der Sache angenommen: Über deren Präsidenten, FDP-Nationalrat Matthias Jauslin, will der Aero-Club vom Bundesrat wissen, warum sich das Bazl bis heute sträubt, die Bewilligung auszustellen.

In einer letzte Woche eingereichten Interpellation (öffentliche Anfrage) an den Bundesrat moniert Jauslin die «nun achtmonatige Bearbeitungsdauer mit immer wieder gemachten Versprechungen und neu postulierten Anforderungen durch das Bazl». Jauslin fragt, ob die Landesregierung die Erfolgsgeschichte des Segelfluglagers gefährden wolle.

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