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Mangel an Physiotherapeuten beschäftigt Kantonsregierung

Nach einem Bericht der «Südostschweiz» über den Mangel an Physiotherapeuten hat Kantonsrätin Eva Keller aus Kaltbrunn eine Interpellation zum Thema eingereicht. Sie unterstreicht, dass Physiotherapien helfen, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken.

Christine
Schibschid
Donnerstag, 12. Juli 2018, 04:30 Uhr Mit ihnen könnten die Gesundheitskosten gesenkt werden
Physiotherapeuten sind im Linthgebiet gefragt.
THEO GSTÖHL

Wenn Physio-Praxen im Linthgebiet neue Therapeuten suchen, haben sie nicht selten Probleme, geeignete Kandidaten zu finden. Das Echo auf Stellenanzeigen ist klein, teils ist die Suche erst erfolgreich, nachdem die Stellen im Ausland ausgeschrieben wurden. Aufgrund der Berichterstattung der «Südostschweiz» über den Fachkräftemangel im Bereich Physiotherapie hat SP-Kantonsrätin Eva Keller aus Kaltbrunn nun eine Interpellation im Kantonsrat eingereicht.

Zu wenige schliessen Studium ab

Das Thema Fachkräftemangel sei in der Politik mehrfach thematisiert worden, schreibt Keller. In den Bereichen Medizin und IT sei der Kanton inzwischen daran, Massnahmen zu ergreifen. «Gemäss Physioswiss, dem Schweizer Physiotherapie-Verband, werden jährlich bis zu 1000 neue Physiotherapeuten benötigt, aber nur bis zu 600 Studierende schliessen ein Physiotherapiestudium ab», schreibt Keller.

Dabei helfe die Physiotherapie, Kosten zu senken, weil sie gewisse Operationen unnötig mache, so die Kantonsrätin. Physiotherapie würde dank mehr Selbstständigkeit etwa Heimaufenthalte von Senioren hinausschieben und sei insgesamt ein wichtiger Teil der Rehabilitation.

Kantonsrätin fragt nach Zahlen

Von der Kantonsregierung möchte Keller daher wissen, wie viele Studierende aus dem Kanton St. Gallen jährlich ein Physiotherapiestudium abschliessen und wo diese ihre Ausbildung machen. Auch fragt sie, wie viele neue Physiotherapeuten jährlich im Kanton St. Gallen ungefähr benötigt würden.

«Ich frage nach, um zu sehen, ob es tatsächlich ein grösseres Problem ist, das über das Linthgebiet hinausgeht», so Keller. Die Ausbildungsplätze für Physiotherapeuten seien beschränkt. «Es kann sein, dass das ein limitierender Faktor ist, vielleicht melden sich aber auch einfach zu wenig Leute.»

Die Kantonsrätin merkt auch an: «Wenn Physiotherapeuten aus dem Ausland geholt werden müssen, fehlen sie unter Umständen dort, wo sie ausgebildet wurden.» Das sei ähnlich wie in anderen Gesundheitsberufen. Keller fragt die Kantonsregierung ausserdem, wie hoch der Ausländeranteil unter den Physiotherapeuten im Kanton St. Gallen und in anderen Kantonen sei.

Sie möchte noch dazu wissen, wo die Regierung die Gründe für den Mangel an Physiotherapeuten sieht und was der Kanton dazu beitragen könnte, diesen zu beheben. Keller fragt zum Schluss, ob bereits konkrete Massnahmen gegen den Fachkräftemangel in der Physiotherapie angedacht sind.

«Spannend wird die Antwort der Regierung sein, die frühestens in der Septembersession, vielleicht auch erst in der Novembersession, erfolgen wird», so die Kantonsrätin. Man werde dann sehen, ob tatsächlich Handlungsbedarf bestehe.

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