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Crameri: «Wir werden noch mehr Überzeugungsarbeit leisten müssen»

Der Kampf um den Umbau von Maiensässen ist um eine Schlacht reicher. Grossrat Reto Crameri sieht in SP-Nationalrätin Silva Semadeni eine Schuldige für die Niederlage, macht sich aber bereit, weiter zu kämpfen.

Südostschweiz
Donnerstag, 14. Juni 2018, 04:30 Uhr Umbau von Maiensässen
Stall Maiensäss Profil
Ob nicht mehr genutzte Maiensässe dereinst zu Wohnhäusern umgenutzt werden dürfen, ist weiter fraglich.
YANIK BÜRKLI/ARCHIVBILD

Nicht mehr genutzte Ställe oder Maiensässe dürfen nicht einfach so in Wohnungen umgebaut werden. Eine vom Nationalrat abgeänderte Motion hat der Ständerat heute abgelehnt. Der Kanton Graubünden hatte in einer Standesinitiative gefordert, dass nicht mehr genutzte Gebäude umgebaut werden dürfen, sofern dabei deren Identität gewahrt wird.

Die abgeänderte Motion kam auf einen Antrag der Bündner SP-Nationalrätin Silva Semadeni zustande. Sie verlangte, dass die Umbauten nur mit neuen Regelungen, wie beispielsweise einer regionalen Planung möglich sein dürften. Mit ihrem Antrag sei Nationalrätin Semadeni dem Kanton Graubünden in den Rücken gefallen, sagt der Initiant des Bündner Begehrens, CVP-Grossrat Reto Crameri im Gespräch mit Radio-Südostschweiz-Redaktor Martin Deplazes: «Die Einschränkungen die der Nationalrat auf Vorschlag von Silva Semadeni eingefügt hat, waren massiv. Die Interessen des Kantons Graubünden hat Silva Semadeni mit diesem Vorschlag sicher nicht vertreten. Der Grosse Rat hatte bereits dafür gestimmt, dass Maiensäss umgenutzt werden sollen und auch in ihrer Heimatgemeinde Puschlav ist eine grosse Mehrheit dafür.»

Das Thema ist noch nicht vom Tisch

Ganz vom Tisch ist das Thema in Bundesbern aber noch nicht. «Die Motion des Ständerates ist nach diesem Entscheid vom Tisch», sagt Crameri, «Allerdings hat der Ständerat auch gesagt, dass man an der Öffnung festhalten und den Umbau von Maiensässen zulassen will und das Thema bei der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes in der Herbstsession nochmal aufnehmen will.» Noch bestehe also durchaus Hoffnung.

Dass es aber doch noch, nach den Vorstellungen Crameris und seiner Mitstreiter geht, braucht es viel Überzeugungsarbeit, wie er sagt: «Wir werden mit den Parteivertreter in Bern reden, damit man geschlossen auftreten wird von bürgerlicher Seite. Wir müssen noch stärker auf unsere Anliegen aufmerksam machen, damit das Anliegen der Berggebiete besser erhört wird und damit wir mit unseren Anliegen durchkommen.»

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Dass CVP-Reto Crameri seine persönlichen (und die seiner Klientel) als "Anliegen der Berggebiete" (Peter Tarnutzer: "Fortschritt für Graubünden") umetikettiert, finde ich nur eine von seinen Dreistigkeiten. Im Gegenteil, deren Massnahmen würden die Natur "löchern", meinen "Gesundheitstourismus auch für Einheimische" als einzig möglichen Turnaround/Nachhaltigkeit konterkarieren.
Siehe Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2018-06-13/staenderat-lehnt-umnut…
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2018-06-06/schoene-maiensaesse