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Achtung, Baum fällt

Im Seehornwald beim Davosersee ist ein grosser Holzschlag geplant. Davon tangiert ist auch der viel begangene Spazierweg um den See.

Béla
Zier
12.06.18 - 10:57 Uhr
Politik
161 Bäume sollen fallen: Im Seehornwald beim Davosersee findet vom 18. bis 22. Juni ein grosser Holzschlag statt.
161 Bäume sollen fallen: Im Seehornwald beim Davosersee findet vom 18. bis 22. Juni ein grosser Holzschlag statt.
SYMBOLBIL WILLI MEISSNER

Der idyllische Spazierweg rund um den Davosersee zählt zu den beliebtesten in der Landschaft Davos. Ein Höhepunkt, speziell für Kinder, ist jener Abschnitt, der durch den Seehornwald führt, weil dort putzige Eichhörnchen gefüttert werden können. Demnächst ist es dort aber mit der Ruhe im Wald für einige Zeit vorbei. Wie der Forstbetrieb der Gemeinde Davos mitteilte, ist im Seehornwald entlang des Spazierwegs und der Strecke der Rhätischen Bahn (RhB) vom 18. bis 22. Juni ein Holzschlag geplant. Gefällt werden sollen nicht bloss einige wenige Bäume, sondern gemäss Forstbetrieb insgesamt 161 Stück.

Lärm im Naherholungsgebiet

Während der Baumfällaktion wird der Spazierweg nicht unterbrochen, sondern um das Holzschlagareal herumgeleitet. Somit bleibe der Seerundgang gewährleistet, sagte Hanspeter Hefti, Leiter des Davoser Forstbetriebs, auf Anfrage. Er verwies jedoch darauf, dass die temporäre Wegführung nicht kinderwagentauglich sei.

Der mit Lärm verbundene Holzschlag im touristischen Naherholungsgebiet erfolgt ausgerechnet zu Beginn der Sommersaison. Man könne diese Arbeiten erst dann ausführen, wenn die oberhalb des Seehornwaldes gelegene Waldstrasse befahrbar sei, da auf dieser das Holz abtransportiert werde, erklärte Hefti. Von November bis April werde diese Strasse jedoch als Langlaufloipe genutzt. «Jetzt ist noch keine Hochsaison, und wir müssen ein Zeitfenster haben. Im Juli oder August führen wir diese Arbeiten sicher nicht aus», stellte der Leiter des Davoser Forstbetriebs klar.

Wenn man zum Schluss komme, dass irgendetwas nicht passe, könne der Termin noch verschoben werden, so Hefti. Der definitive Entscheid falle diesen Donnerstag. Im Zeitraum bis zum 20. Oktober müssten die Arbeiten jedoch durchgeführt werden.

Instabile und verletzte Bäume

Und das hat seinen Grund. Es würden insbesondere instabile und verletzte Bäume gefällt, welche Spaziergänger, aber auch die RhB-Bahnlinie gefährdeten, heisst es in der Mitteilung. Der Holzschlag habe zudem zum Ziel, einen naturnahen, stabilen und reich strukturierten Wald zu fördern, damit dessen Multifunktionalität nachhaltig gewährleistet werden könne. Hefti hielt erklärend dazu fest: «Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist stets der Schutz vor Naturgefahren. Der RhB ist es ein Anliegen, dass man den Wald so unterhält, dass sie auf ihrer Linie möglichst kein Schadensereignis hat.» Im Folgejahr würden in der Region dann neue Bäume gepflanzt, bestätigte Hefti.

Schwierige Arbeitsbedingungen

Bei den zur Fällung vorgesehenen Bäumen handelt es sich grösstenteils um Fichten, aber auch Lärchen werden geschlagen. Insgesamt wird laut Auskunft des Davoser Forstbetriebs ein Holzvolumen von 216 Kubikmetern anfallen. Der Abtransport zur Waldstrasse soll nach aktuellem Planungsstand am 21. Juni per Helikopter erfolgen. Dieser komme zum Einsatz, weil die Holzschlagfläche nicht angefahren werden könne. Das geerntete Holz wird dem üblichen Nutzungsprozess zugeführt. Das Blockholz werde verkauft, das weitere Material zu Brennholzschnitzeln verarbeitet.

Die Rahmenbedingungen für die Arbeiten im Seehornwald stuft der erfahrene Forstbetriebsleiter Hefti als äusserst schwierig ein. Auf der einen Seite befinde sich die RhB-Strecke, auf der anderen Seite der Spazierweg am See. Es gebe dort viele Installationen, darunter etwa Geländer. «Wir müssen darauf achten, dass es zu keinen Sachbeschädigungen kommt», so Hefti. Wichtigster Punkt sei, dass beim Holzschlag «keine Bäume auf das RhB-Gleis fallen».

Béla Zier ist Redaktor der gemeinsamen Redaktion Online/Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch» und berichtet über die Region Davos und das Prättigau. Er ist seit 1993 für die Medienfamilie Südostschweiz tätig und arbeitet dort, wo er auch wohnt. In Davos. Mehr Infos

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