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«Linth Gegen Wind» bekräftigt Forderung an Gemeinderat

Der Verein «Linth Gegen Wind» bekräftigt seine Forderung an den Gemeinderat von Glarus Nord, den Antrag auf 700 Meter Sicherheitsabstand zu Windkraftanlagen noch im Jahr 2018 vor die Gemeindeversammlung zu bringen.

Südostschweiz
Montag, 21. Mai 2018, 13:58 Uhr Stellungnahme
Niederurnen: Mit Windrädern soll eine neue Energiequelle in der Gemeinde Glarus Nord entstehen.

Der Verein «Linth Gegen Wind» wehrt sich gegen den geplanten Windpark. Dabei steht die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) noch aus. Die Energieallianz Linth forderte letzte Woche eine «Versachlichung» der Diskussion. 

Jetzt wehrt sich der Verein. Wie er in einer Medienmitteilung schreibt, habe der Antrag auf 700 Meter Sicherheitsabstand nichts mit der UVP zu tun. Zudem sei der Abstand eine massvolle Forderung, denn die Auswirkungen der Windkraftanlagen seien seit 20 Jahren bekannt. 

Die Behauptung, man müsse zuerst die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) abwarten, sei falsch. Mit dieser werde nur geprüft, ob ein Bauvorhaben den bestehenden Umweltschutzvorschriften entspreche.

Höheren Sicherheitsabstand gefordert

«Linth Gegen Wind» fordere aber eine neue Vorschrift, nämlich einen höheren Sicherheitsabstand. Der logische Zusammenhang erfordere es, ihren Antrag vorgängig und so schnell wie möglich vor die Gemeindeversammlung zu bringen. Die Antragsteller hätten das demokratische Recht darauf, dass der Antrag nicht aufgrund parteilicher Einflussnahme verzögert werde. Es sei für alle Beteiligten von Vorteil, wenn die Entscheidung frühzeitig erfolge.

Die geplanten Windräder in Bilten wären im Vergleich zum Benkner Büchel höher, schreibt der Verein weiter. Ein Sicherheitsabstand von 700 Metern sei im europäischen Vergleich eine massvolle Forderung. Dänemark, der Pionier der Windenergie in Europa, habe 800 Meter, viele österreichische und deutsche Bundesländer 1 000 Meter und mehr. In der Schweiz beträgt der Mindestabstand nur etwa 300 Meter (nach der Lärmschutzverordnung). Das sei viel zu wenig und führe zu Problemen.

Ärzte würden einen viel höheren Sicherheitsabstand empfehlen. Die grossen Kraftwerkstürme verursachten folgende Emissionen: Optische Bedrängungswirkung, Schattenwurf, hörbarer Lärm, Infraschall (unhörbarer Schall mit einer Frequenz < 20Hz), Eiswurf und Lichtemissionen (Befeuerung in der Nacht). Die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung dürften nicht einem unwirtschaftlichen Vorzeigeprojekt geopfert werden.

Kritik an die Petition der Energieallianz

Die Petition der Energieallianz Linth richte sich gegen einen demokratischen Antrag, wie der Verein «Linth Gegen Wind» weiter schreibt. Die Petition möchte die Diskussion stoppen und eine Verschiebung der Abstimmung erreichen, weil keine Fakten vorlägen.

«Das ist ein reines Märchen», heisst es weiter im Schreiben des Vereins. Die wesentlichen Fakten würden längst auf dem Tisch liegen, denn die Auswirkungen der Windkraftanlagen seien seit 20 Jahren bekannt.

Das SAK-Windkraftprojekt würde «unsere Heimatlandschaft» zerstören und das Leben der Anwohner verändern. Nicht die Gegner, sondern das Windkraftprojekt selbst wecke Ängste und Befürchtungen in der Bevölkerung, die von der SAK nicht ernst genommen würden.

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