×

Kein Festungs-Museum im Artilleriewerk Beglingen

Kein Festungs-Museum im Artilleriewerk Beglingen

Die Gemeinde Glarus Nord hat die Reduitfestung bei Mollis gekauft. Sie will die Bunkeranlage einer Firma überlassen, die von Glarnern gegründet wurde. Der Verein, der darin ein Museum einrichten wollte, geht leer aus.

Ueli
Weber
vor 3 Jahren in
Politik
Die Festung Beglingen beim Escherkanal in Mollis
MAYA RHYNER

Die Gemeinde Glarus Nord hat die Festung Beglingen gekauft. Die Verhandlungen mit der Armasuisse hatten sich über mehrere Jahre hingezogen. Offenbar verlangte das für den Verkauf alter Militäranlagen zuständige Bundesamt in den Augen der Gemeinde zu viel Geld. Der jetzt abgeschlossene Kauf ist Teil eines Handels, erklärt Andreas Neumann, Mediensprecher von Glarus Nord: Die Gemeinde übernimmt zusätzlich zur Festung den Flughafen und die Tankgräben von der Armee. Die Höhe des Kaufpreises für die Festung alleine sei darum «nicht festgelegt», so Neumann.

Neumann sagt dagegen: «Es war zu keinem Zeitpunkt Absicht der Gemeinde, die Festung als Museum zu nutzen. Dies wurde dem Verein frühzeitig mitgeteilt.»

Die Tankgräben und die Festung Beglingen gehören zu einem Sperrwerk aus dem Zweiten Weltkrieg. Es sollte Feinde abwehren, die aus dem Norden in die Linthebene eindringen. Die Festung hat in den letzten Jahren gelitten, da sie nicht mehr unterhalten wurde.

«Unterhalt und Betrieb»

Die Gemeinde will die Bunker der Festung Beglingen AG überlassen. Sie soll die Anlage «instand setzen und betreiben». Die Aktiengesellschaft wurde Ende Februar von vier Glarnern gegründet. Ihr Zweck ist laut Handelsregister der «Unterhalt und Betrieb von Festungsanlagen sowie Erhaltung von Festungsanlagen als Kulturgüter.» Präsident der AG ist Daniel Landolt. Als Zeichnungsberechtigter ist Marco Zannier aufgeführt. Die beiden Näfelser wollten sich nicht genauer zu ihren Absichten äussern. «Wir halten uns ausdrücklich an ein allfälliges Statement der Gemeinde Glarus Nord und den im Handelsregister erwähnten Zweck der Gesellschaft», erklären sie auf Anfrage der «Südostschweiz». Der Entscheid der Gemeinde ist ein Rückschlag für eine Gruppe von Festungsenthusiasten. Der Verein Festung Beglingen interessiert sich seit Jahren für die Reduitfestung im Fels. Die Gruppe wollte das Artilleriewerk in ein Museum verwandeln. Dass die Gemeinde offenbar schon früh signalisierte, dass sie kein Museum im Berg will, schreckte sie nicht ab. Ihr Präsident Hermann Lörli bestand stets darauf, dass die Gemeinde die Festung dem Verein ausdrücklich zugesichert habe.

Kommentieren

Kommentar senden

Da gibt es ja Kommentare. Gerne gebe ich im Auftrag unseres Vereins Auskunft.
Zwei Vertreter unseres Vereins (1x ortsansässig und ich) wurden an der Sitzung vom 27.11.2017 (Sitzung von uns einberufen) (der Kauf der Festung fand anfangs 2018 statt und stand somit unmittelbar bevor) von Herr Laupper informiert, dass die Gemeinde kein Museum in der Festung will (Protokoll vorhanden) Bis zu diesem Zeitpunkt warteten wir auf Info der Gemeinde. Die erste Sitzung mit Herr Laupper fand bereits 2011 statt. An dieser und den folgenden wiederholte er jeweils gebetsmühlenartig, dass die Gemeinde kein Interesse am Objekt habe und unserem Museum nichts im Weg stehen würde (Protokolle bestehen).
Die Begründungen welche er nun plötzlich anführte: Die Festung stehe nicht in der Bauzone (wie fast jedes andere militärische Objekt, welches museal genützt wird) sie hätte keine Parkplätze (es besteht eine wunderbare grosse Wiese davor, der Bahnhof mit öffentlichen Parkplätzen ist ein Steinwurf entfernt), man wolle das Quartier vom Durchgangsverkehr entlasten und, dies war vermutlich der Hauptgrund, die Gemeinde kaufe das Objekt nur, damit es nicht von einem privaten Verein oder Organisation gekauft werden kann.
Das angesammelte Material haben wir teilweise weitergegeben. Ein kleiner Teil kann in unseren Bunkern in den Ennetbergen auf Anfrage besichtigt werden.
Internet: museum-festung-beglingen.webnode.com (noch nicht komplett, weitere Infos folgen)

Das meiste Material hat Herr Lörli noch, einen kleinen Teil hat er aber unterdessen verkauft.
Ich finde es schade, dass die Gemeinde ein Festungsmuseum verhindert hat.
Statt dessen hat sie die Festung einer Firma verkauft, die nicht sagen will, was sie damit macht.

Mehr Kommentare anzeigen
E-Paper
Folge uns auf Social Media!
Immer up-to-date mit den besten News aus der Medienfamilie Südostschweiz.
Nicht mehr fragen