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Weniger Asylsuchende in Graubünden

Weniger Asylsuchende in Graubünden

Von Januar bis März sind in der Schweiz 4051 Asylgesuche eingereicht worden - 14 Prozent weniger als in derselben Periode 2017. Auch im Kanton Graubünden gab es weniger Zuweisungen.

Südostschweiz
19.04.18 - 10:30 Uhr
Politik
Der Kanton Graubünden hat momentan etwa 800 Personen, welche in Kollektiv-Unterkünften untergebracht sind.
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Von Januar bis März sind in der Schweiz 4051 Asylgesuche eingereicht worden. Das sind 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie die Nachrichtenagentur sda meldet.

Im Kanton Graubünden gab es bis im März rund 100 Zuweisungen, wie Georg Carl, Leiter der Abteilung Asyl und Rückkehr im Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden, gegenüber RSO informiert. Ein solch tiefes Niveau habe man zuletzt 2014 erlebt. «In den letzten Jahren sind wesentlich mehr Zuweisungen auf den Kanton Graubünden erfolgt», weiss Karl.

Tendenz: Weniger Migration

Hauptsächlich hänge dies mit dem Rückübernahme-Abkommen zusammen, welches die Türkei mit der EU abgeschlossen hat und weiterhin angewendet werde. «Demzufolge findet weniger Migration über die Balkanroute statt.»

Die Asyl-Situation für die Zukunft abzuschätzen, sei laut Carl sehr schwierig. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) gehe aber davon aus, dass die Tendenz bestehen bleibe und somit weniger Migration stattfindet. Momentan gehe man von etwa 16'000 Asylgesuchen aus, die es im laufenden Jahr zu bewältigen gibt.

Zu 75 Prozent ausgelastet

Der Kanton Graubünden habe momentan etwa 800 Personen, welche in Kollektiv-Unterkünften untergebracht sind. Bei dieser Zahl werden auch solche mitgezählt, welche den Status der vorläufig aufgenommenen Flüchtlinge haben.

Die Einrichtungen, welche Graubünden betreibt, seien zurzeit zu 75 Prozent ausgelastet. «Der Kanton ist auch nach wie vor verpflichtet, die zugewiesenen Asylsuchenden unterbringen zu können», erklärt Carl. In den Sommermonaten sei ausserdem eher mit einem Anstieg von Asylgesuchen zu rechnen.

Wenn sich aber die Tendenz von weniger Asylgesuchen fortsetzen würde und man im Kanton anhaltend weniger Zuweisungen erhalten würde, sei es möglich, dass die Strukturen zugrückgefahren werden.

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