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Drehscheibe Gesundheit kommt

«Drehscheibe Gesundheit» nennt die Regierung das vierjährige Pilotprojekt. Für Aufbau und Betrieb einer Koordinationsstelle für das Gesundheitswesen beantragt sie dem Landrat 900 000 Franken.

Claudia
Kock Marti
Mittwoch, 21. März 2018, 04:30 Uhr Von Beratung bis Fallbetreuung
Die Regierung plant eine Koordinationsstelle mit integriertem Angebot für die Palliative Care.
ARCHIVBILD MAYA RHYNER

Die neue Koordinationsstelle «Drehscheibe Gesundheit» ist auf vier Jahre ausgelegt. Über ihre Wirksamkeit soll dem Landrat im Jahr 2022 Bericht erstattet werden. Dies ist dem jüngsten Bulletin der Regierung zu entnehmen, in dem sie das Projekt in Grundzügen vorstellt.

Zwei Arbeitsgruppen mit Fachpersonen und Organisationen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen haben zwei separate Konzepte erarbeitet – eines zur Drehscheibe und eines mit Namen «Netzwerk Palliative Care». Diese zeigen laut Regierung auf, wie die Langzeitpflege im Kanton gestärkt werden kann.

Die Regierung plant eine Koordinationsstelle mit integriertem Angebot für die Palliative Care. Darin sollen sich Kranke und Angehörige in Fragen der Gesundheit informieren können und Unterstützung in schwierigen pflegerischen Situationen erhalten.

Von Beratung bis Fallbetreuung

Die Koordinationsstelle soll Beratungen anbieten und geeignete Dienstleistungen vermitteln. In komplexen ambulanten Pflegesituationen kann sie auch die Fallverantwortung, das sogenannte Case Management, übernehmen. Die Leistungen werden telefonisch, elektronisch oder wenn nötig vor Ort erbracht, heisst es im Bulletin weiter.

Sie stehen allen offen und sind unentgeltlich. Weiter seien sie frei von persönlichen, institutionellen und/oder kommerziellen Interessen. Es würden keine Beratungen angeboten, die von anderen Dienstleistern erbracht werden. Laut Konzept soll die «Drehscheibe Gesundheit» zu Beginn mit mindestens 90 Stellenprozent dotiert werden.

Palliative Care: Lücken schliessen

Palliative Care umfasst die Betreuung und die Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Auch wenn schon viel in diesem Bereich im Kanton unternommen werde, gibt es laut den Erkenntnissen der Konzept-Arbeitsgruppe Lücken in der Versorgung und Vernetzung von Leistungen für die Betroffenen wie auch bei der Finanzierung.

Es fehle vor allem an einem übergeordneten Organ, das die Leistungen der verschiedenen Anbieter koordiniere. Die Anlaufstelle «Spezialisierte Palliative Care» sorge hier für die notwendige Fachexpertise und Qualität. Laut Konzept ist diese Stelle mit 40 Stellenprozent zu dotieren.

Die Regierung plant, den Aufbau und Betrieb der Koordinationsstelle auszuschreiben. Im auf vier Jahre veranschlagten Kostendach kommt sie insgesamt auf 900 000 Franken, worin eine jährliche Kostenreserve von zehn Prozent einberechnet sei. Nach vier Jahren Pilotbetrieb und einem Wirksamkeitsbericht soll der Landrat und allenfalls dann die Landsgemeinde über die Weiterführung entscheiden.

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